Vielleicht gibt es Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung oder Grammatik? Der Schüler hat Probleme mit Geometrie? Neben einem Gespräch mit dem Schüler (und bei jüngeren Schülern auch den Eltern), in dem über Probleme und Herausforderungen des Kindes gesprochen wird, kann ein kleiner Test oder einige Übungen zu Beginn helfen festzustellen, worauf der Fokus gelegt werden sollte. Das Ziel der Nachhilfe sollte es immer sein, dass der Schüler langfristig keine Nachhilfe mehr benötigt und im Rahmen der Nachhilfe viele Erfolge erlebt, die seine wahrgenommene Selbstwirksamkeit und damit die eigene Motivation stark erhöhen.

Einzel- oder Gruppennachhilfe?

Einzelnachhilfe ist nicht bei jeder schlechten Note sinnvoll. Gruppennachhilfe kann effektiv sein. Dazu sollten die Schüler dieselbe Stufe besuchen, ähnliche Probleme haben und es sollte dasselbe Fach sein – diese Konstellation kommt in der Praxis aber nicht immer vor. Einzelnachhilfe ist besonders gut geeignet, wenn tatsächlich Individualität gefragt ist: Wenn der Schüler in der Klasse blockiert ist – und das ist eine reine Persönlichkeitsfrage und hat nichts mit Intelligenz zu tun – oder wenn Defizite in wichtigen Bereichen entstanden sind und dringend das Basiswissen aufgebaut werden muss, um dem Unterricht wieder folgen zu können. Ein weiterer Grund können Lehrerausfälle sein. Hier ist dann natürlich schnelle Hilfe gefragt. Die meisten Schüler, für die Nachhilfe infrage kommt, haben individuelle Probleme, Lernschwierigkeiten, Fragen und teilweise Ängste – zu individuell, als dass es in einer (größeren) Gruppe effektiv gelöst werden könnte. 

Ziele für die Nachhilfe setzen

Gibt es beispielsweise bestimmte Aufgabenstellungen, die für den Nachhilfeschüler eine große Herausforderung sind? Welche realistischen Ziele für die nächste Klausur gibt es? Am besten werden diese Ziele kurz schriftlich festgehalten und beim Erreichen eines Zwischenziels abgehakt, sodass Fortschritte für Schüler und Lehrer sofort erkennbar sind. Das ist vor allem für die Motivation des Schülers sehr wichtig. Die Lehrkraft sollte sich mit den zu behandelnden Themen auseinandersetzen und diese verstehen, da man dem Schüler nur dann auch komplizierte Inhalte verständlich rüberbringen kann. Idealerweise kennt er verschiedene Lern- und Lehrmethoden, um für die nötige Abwechslung zu sorgen.

Das Familienleben wird durch Nachhilfe entlastet

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Wenn komplizierte Inhalte strukturiert vermittelt werden, ist das Verständnis besser und das Kind hat Erfolgserlebnisse.

Außerdem sollte die Nachhilfestunde vorab strukturiert werden: Worauf soll der Fokus in der Stunde liegen, welche Aufgaben sollen gelöst werden und was soll der Schüler am Ende der Stunde gelernt haben? Für nachhaltiges Lernen sind Wiederholungen sehr wichtig. Eine gute Möglichkeit ist es, am Anfang den Inhalt der letzten Stunde nochmal kurz zu wiederholen und so zu überprüfen, was der Schüler behalten konnte oder welche Punkte nochmal behandelt werden sollten. Eine weitere Idee ist das Erstellen von kurzen Zusammenfassungen. Wenn zum Beispiel bald eine Klausur zu einem bestimmten Buch ansteht, mit dessen Inhalt der Schüler Probleme hat, bietet es sich an, dass Schüler und Lehrer gemeinsam die wichtigsten Infos zu dem Buch zusammenfassen und so eine Art Lernzettel für den Schüler erstellen.