Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne...

Vielerorts werden Martins- oder Laternenumzüge von Kindergärten und Grundschulen organisiert. Die Kinder ziehen mit Laternen singend durch die Straßen, oft begleitet vom Heiligen Martin auf seinem Ross, der seinen Mantel bei einem Schauspiel mit einem Bettler teilt.

Martinsfeuer und Laternen

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Martinsfeuer sind vielerorts Tradition, aus Sicherheitsgründen sollten die Kinder ihre Laternen aber mit LED-Licht zum Leuchten brignen.

Lichtprozessionen und Erntefeuer

Die katholische Kirche hatte als Tagespredigt für den 11. November „Niemand zündet ein Licht an und stellt es in ein Versteck oder unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, das Licht sehen.“  (Lukas 11,33-36) ausgewählt, was man als Anlass nahm, selbst das Licht in die Welt zu tragen.

Lichtsymbolik spielt im Christentum (und auch in anderen Kulturen) eine wesentliche Rolle und hat viele Gesichter – das Martinsfeuer, das man seit dem 15. Jahrhundert kennt, ist nur eines davon. Lichtprozessionen gab es früher viel häufiger als heute.

Nach Einbringen der Ernte wurden auch in Vorchristlichen Zeiten Erntefeuer entzündet, um symbolisch ihren Dank auszudrücken und das Erntejahr zu verabschieden. Hierbei wurden auch Fackeln aus Stroh entzündet, mit denen durch die Straßen gezogen wurde.

Hefegebäck Dambedei Weckmann

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Hefegebäck in Form eines Männchens gibt es vielerorts am St. Martinstag.

Ähnlichkeit mit Halloween

Auf sogenannten Heischezügen zogen die Kinder von Haus zu Haus und erbettelten sich etwas Leckeres. Dies erinnert stark an den Halloween-Brauch, allerdings drohen dort die kleinen „Geister“ mit Streichen, wenn sie nichts bekommen. Sie höhlten Rüben aus und setzten eine Kerze hinein – heute nutzt man fast ausschließlich Kürbisse. Ausgehöhlte Rüben mit Licht sind die Vorläufer der Laternen, wie wir sie kennen.

Früher handelte es sich bei dem Erbettelten nicht um klassische Süßigkeiten, sondern Eier oder Schmalz – daraus lässt sich ja etwas backen. Die Fastenzeit vor Weihnachten erlaubte kein fettiges Essen und so musste alles verwertet und verbacken werden, damit es nicht verfiel. Man konnte vor der Fastenzeit nochmal so richtig zuschlagen. Außerdem war ja gerade die Ernte eingebracht und es gab genügend Zutaten. Mehr dazu erfahren Sie auch in diesem Artikel.

Heute gibt es fast immer einen Weckmann oder Dambedei – die Bezeichnung variiert von Region zu Region, aber der Teig ist immer der gleiche. Es handelt sich dabei um ein Hefegebäck, meist mit Augen aus Rosinen, in Form eines Männchens. Vielerorts gibt es das Gebäck auch in Form einer Gans, das die Kinder nach dem Martinsumzug geschenkt bekommen.