... Sinterklaas, Belzenickel, Père Noël, Santa Claus, Väterchen Frost, Ruprecht, Joulupukki, Weihnachtsmann. Am 24. Dezember dreht er wieder seine Runden auf der Erde und hält Einzug in die heimischen Wohnzimmer. Er hinterlässt Geschenke für die Menschen – vor allem die Kinder. Aber auch die eine oder andere Ermahnung muss er loswerden, wenn beispielsweise die Kinder frech waren oder die Zähne mal wieder nicht geputzt wurden. Danach verschwindet der Weihnachtsmann wieder, so schnell und geheimnisvoll wie er gekommen ist.

Aber: Wo steckt der alte Mann an den übrigen Tagen im Jahr. Und was macht er in dieser Zeit. Urlaub?

Offizielle Adressen gibt es viele

Man findet Weihnachtspostämter in Deutschland, Österreich, Skandinavien, in Russland sowie anderen osteuropäischen Ländern und in Nordamerika, ja sogar am Nordpol.
Der Weihnachtsmann lebt am Nordpol, behaupten die Amerikaner voller Überzeugung. Die Finnen meinen, er wohnt in Korvatunturi an der Grenze zu Russland. In Deutschland kommt Ruprecht lapidar „von drauß‘ vom Walde“. Nach Auffassung der Schweden soll sich Santa im Tomteland aufhalten, ganz in der Nähe des kleinen Dörfchens Mora. Und die Schweizer vermuten die Heimstatt des alten Mannes gar im Schwarzwald. Zu den Kindern in den Niederlanden kommt der Sinterklaas mit dem Schiff, und zwar aus Spanien. In Grönland sei der Weihnachtsmann zu finden, behaupten die Dänen felsenfest.

Lappland oder Nordpol?

Die Nordpol-These wurde im Jahr 1925 medienwirksam widerlegt. Man fand nämlich heraus, dass Rentiere am Nordpol gar nicht überleben könnten – sie finden dort im ewigen Eis zu wenig Nahrung.
Zwei Jahre später wurde im Rahmen einer finnischen Radiosendung der „wahre Wohnort“ des Weihnachtsmanns bekanntgegeben: Er lebt auf Lapplands Korvatunturi, dem „Ohrenberg“. Der 486 Meter hohe Fjell hat seinen Namen der ungewöhnlichen Form zu verdanken. Er ähnelt ein wenig den Ohren eines Hasen. Mithilfe der „Ohren“ kann der Weihnachtsmann ganz genau hören, ob die Kinder brav sind und wo er sie finden kann, so die Finnen. Der Weg zum Korvatunturi ist beschwerlich und führt über kleine steinige Pfade, durch Flüsse und Bäche, über viele kleine Hügel – ein ideales Versteck, also.

Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi (Finnland)

gemeinfrei

Seit 1950 hat der Weihnachtsmann einen Platz gefunden, wo er außerhalb der Weihnachtszeit residiert, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu treffen: in Napapiiri, unweit der Hauptstadt Lapplands, Rovaniemi. Dort wurde eigens für den alten Gesellen ein Weihnachtsmannbüro eingerichtet. Hier werden jährlich hunderttausende Briefe aus aller Welt an den Weihnachtsmann beantwortet. 1985 ist zudem ein großes Weihnachtsmanndorf entstanden, direkt am Polarkreis in Finnisch-Lappland.

Oder Sachsen-Anhalt?

Der Sage nach soll der Ruprecht aus dem sachsen-anhaltinischen Städtchen Bernburg kommen. Später avancierte die dem Heidentum entstammende Spuk-Gestalt zum Knecht des christlichen Nikolaus. In Bernburg ist man jedenfalls der Überzeugung, dass der Weihnachtsmann – in Gestalt des Ruprecht – hier seine Heimstatt hat.

Es ist also gar nicht so leicht zu klären, wo nun der Weihnachtsmann eigentlich wohnt. Die vielen kulturellen Einflüsse auf die Figur des bärtigen, dickbäuchigen Mannes tun ein Übriges dazu. Böse Zungen behaupten, Santa Claus wohne im Keller des Stammsitzes eines US-amerikanischen Getränkeherstellers in Altlanta.

High-Tech-Suche

Im Zeitalter der Technik und Überwachung, sind sogar staatliche Stellen bemüht, die Herkunft des Weihnachtsmanns zu klären und seinen Wohnort ausfindig zu machen. Die zentrale Luftverteidigung der USA, die North American Aerospace Defense Command – kurz: NORAD – versucht seit 1955, die Spuren des Weihnachtsmanns mittels Hightech zu verfolgen. Aber auch die militärischen Strategen der Supermacht haben es bislang mit ihren Satelliten, Radargeräten und Düsenjets  nicht geschafft, den genauen Aufenthaltsort des alten Mannes auszumachen. Jedes Jahr heißt es ab 1. Dezember aufs Neue „NORAD tracks Santa“, und Interessierte können sich online über den Stand der Dinge informieren – www.noradsanta.org.

Mal sehen, ob wir in diesem Jahr in Erfahrung bringen können, wo der Weihnachtsmann wirklich wohnt …