Der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) sind am 8. Oktober 2022 zwei tote Ziegen mit Verdacht auf Riss durch einen Wolf gemeldet worden. Die Tiere wurden in der Gemeindeebene von Forbach im Landkreis Rastatt gefunden. Genetische Untersuchungen weisen nun den residenten Wolfsrüden GW852m als Angreifer nach.

Forbach liegt im Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald

Die Gemeinde Forbach liegt im Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald, in dem sich neben GW852m zwei weitere Wölfe niedergelassen haben.

Die Nutztierverbände sowie die Wildtierbeauftragten der Region sind über den Sachverhalt informiert. Eventuelle Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf sollten umgehend der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg gemeldet werden: info@wildtiermonitoring.de oder Telefon 0761 4018-274.

Wolf im September auf der A5 überfahren

Der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg ist am 15. September ein toter Wolf gemeldet wurden. Dieser war auf der Autobahn (A) 5 bei Hartheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bei einem Verkehrsunfall gestorben.

Genetische Untersuchungen am Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik identifizierten den jungen Wolfsrüden nun als Tier aus der Alpenpopulation oder italienischen Population mit der wissenschaftlichen Bezeichnung GW2930m. Dieser Wolf wurde vorher noch nicht in Deutschland erfasst.

Anderer Wolf für 4 tote oder verletzte Rinder verantwortlich

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) bestätigt in allen vier Fällen, in denen Rinder auf der Gemeindeebene von Bernau im Landkreis Waldshut tot oder verletzt aufgefunden wurden, den Wolf als Verursacher.

Die Proben, die am 26. August 2022 an einem verletzten Kalb und am 28. August 2022 an einem toten Kalb genommen wurden, ergaben, dass der resi­dente Wolfsrüde GW1129m für die Angriffe verantwortlich ist. Beide Kälber waren zehn Monate alt.

Am 11. und am 16. August 2022 waren ein zehn Monate altes Kalb und drei sechs Monate alte Kälber tot aufgefunden worden. Die Ergebnisse bestätigen ebenfalls einen Wolf. Eine genaue Zuordnung ist noch nicht bekannt. Es ist davon auszugehen, dass auch diese Ereignisse mit dem Wolf GW1129m zusammenhängen.

Wolfsrisse im Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald

Die Wolfsrisse fanden im Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald statt, in dem sich der männliche Wolf mit der Bezeichnung GW1129m seit Juni 2020 nie­dergelassen hat. In dem Fördergebiet unterstützt das Land Nutztierhalterinnen und -halter bei der Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen.

Die Nutztierverbände sowie die Wildtierbeauftragten der Region wurden über den Sachverhalt informiert. Eventuelle Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf sollten umgehend der FVA in Freiburg gemeldet werden: info@wildtiermonito­ring.de oder 0761 4018-274.

Auch Wolfsrisse in Seewald

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) hatte am 4. August 2022 auf der Gemeindeebene Seewald im Landkreis Freudenstadt zwei tote und ein verletztes Schaf gemeldet. Die Untersuchung der an dem Tier entnommenen Proben ergab, dass in diesem Fall der residente Wolfsrüde GW852m für den Angriff verantwortlich ist.

Seewald liegt innerhalb des Fördergebiets Wolfsprävention

Die Gemeinde Seewald liegt innerhalb des Fördergebiets Wolfsprävention im Schwarzwald, wo derzeit drei Wolfsrüden dauerhaft leben.

Die Nutztierverbände sowie die Wildtierbeauftragten der Region werden über den Sachverhalt informiert. Eventuelle Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf sollten umgehend der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg gemeldet werden: info@wildtiermonitoring.de oder 0761 4018-274.

Dieser Wolf tötete bereits im Juli sechs Schafe

Schon Anfang Juli hatte der selbe Wolf sechs Schafe getötet und zwei verletzt. Die Tiere waren am 3. Juli dieses Jahres in der Gemeindeebene von Seewald im Landkreis Freudenstadt gefunden worden.

zur Karte des Fördergebiets Wolfsprävention Schwarzwald (PDF)

Die Nutztierverbände sowie die Wildtierbeauftragten der Region sind über den Sachverhalt informiert. Eventuelle Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf sollten umgehend der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg gemeldet werden: info@wildtiermonitoring.de oder Telefon: 0761 4018-274.

Der Wolf ist eine nach nationalem und internationalem Recht streng geschützte Art, stellt aber eine Bedrohung für Weidetiere in Baden-Württemberg dar. Mit dem Managementplan Wolf soll im Land eine Grundlage für ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Wolf, Mensch und Nutztierhaltung geschaffen worden.

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Der Wolf ist eine nach nationalem und internationalem Recht streng geschützte Art, stellt aber eine Bedrohung für Weidetiere in Baden-Württemberg dar. Mit dem Managementplan Wolf soll im Land eine Grundlage für ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Wolf, Mensch und Nutztierhaltung geschaffen worden.

Managementplan Wolf für Baden-Württemberg

Die Wolfspopulationen in Europa wachsen und auch in Baden-Württemberg sind aktuell drei männliche Wölfe im Schwarzwald heimisch geworden. Der Wolf ist eine nach nationalem und internationalem Recht streng geschützte Art. Zugleich stellt er eine Bedrohung für Weidetiere in Baden-Württemberg dar. Die Landesregierung sucht daher gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Wissenschaft nach pragmatischen Lösungen für die Herausforderungen, die die Rückkehr des Wolfes mit sich bringen. 

Managementplan Wolf

Umweltstaatssekretär Andre Baumann hat in Aidlingen-Dachtel (Landkreis Böblingen) den Managementplan Wolf für Baden-Württemberg vorgestellt. „Der Managementplan soll für einen sachorientierten Umgang mit dem Wolf sorgen“, sagte Baumann in Dachtel. Allein im vergangenen Jahr habe das Land fast drei Millionen Euro für wolfsabweisenden Herdenschutz ausgegeben.

Video: Spektakuläre Aufnahmen vom Wolf in BW

Die Sorgen und Nöte der Menschen im Land vor dem Wolf würden sehr ernst genommen, so Baumann. Gleichzeitig täten das Land und die Verbände sehr viel, um die Menschen umfassend und transparent vor Ort in den Städten und Gemeinden über den Wolf zu informieren und die Weidetierhalterinnen und -halter im Land zu unterstützen, damit ein friedliches Miteinander möglich sei.

So setzt sich die Nahrung der Wölfe in Deutschland zusammen.

NABU

So setzt sich die Nahrung der Wölfe in Deutschland zusammen.

Was gefördert wird

Im Schwarzwald und im Naturraum Odenwald hat das Land sogenannte „Fördergebiete Wolfsprävention“ ausgewiesen. Diese bleiben auch bestehen, wenn – wie im aktuellen Fall im Odenwald – vorübergehend kein residenter Wolf mehr nachgewiesen wird.

  • Innerhalb dieser Gebiete werden wolfsabweisende Zäune für Schafe, Ziegen, landwirtschaftliches Gehegewild und Neuweltkameliden (Lamas, Alpakas) finanziell mit bis zu 100 Prozent unterstützt.
  • Material- und Arbeitskosten sowie der Einsatz von zertifizierten Herdenschutzhunden werden gefördert.
  • Ebenso sind Herdenschutzmaßnahmen auf Weiden mit Kälbern, Jungrindern und Fohlen bis zu einem Alter von zwölf Monaten auf besonders zu schützenden Teilflächen förderfähig.
  • Förderberechtigt sind sowohl Betriebe im Haupt- als auch Nebenerwerb sowie Hobbytierhalterinnen und Hobbytierhalter.
  • Damit ein Zaun gefördert werden kann, muss er mindestens die Vorgaben des sogenannten Grundschutzes erfüllen. Der Grundschutz ist ein Kompromiss zwischen den bereits in der Schaf-, Ziegen- und Gatterwildhaltung eingesetzten Zäunungsvarianten und einer wolfsabweisenden Wirkung.
  • Wolfsabweisend ist der Zaun dann, wenn er intakt, straff gespannt und allseitig geschlossen ist. Weitere Vorgaben betreffenden Bodenabstand (maximal 20 Zentimeter), die Zaunhöhe (mindestens 90 Zentimeter bei Schafen und Ziegen) und die Elektrifizierung.

NABU zufrieden

Zufrieden mit den Bemühungen des Landes zeigt sich auch der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle: „Baden-Württemberg ist mit dem Managementplan Wolf gut vorbereitet auf die Rückkehr dieses bei uns seltenen Säugetiers. Der neue Plan geht verstärkt auf das Thema Konfliktmanagement ein, etwa beim Punkt Wolf und Weidetiere. Denn nur mit korrekt angewandtem Herdenschutz ist eine konfliktarme Koexistenz von Wolf und Weidetieren möglich.“

Aktuell leben drei männliche Wölfe im Schwarzwald.

NABU/Heiko Anders

Aktuell leben drei männliche Wölfe im Schwarzwald.

Handlungsleitfaden bestellbar

Bestellen kann man den Managementplan Wolf – Handlungsleitfaden für Baden-Württemberg hier.

Weitere Infos:

→ Schutz vor Wölfen: Hinweise für Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter (baden-würrtemberg.de)

Der Wolf in Baden-Württemberg (baden-württemberg.de)

Ausflugsziele zum Thema Wolf

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