Das gilt auch in Corona-Zeiten, denn in Baden-Württemberg sind alle Kfz-Werkstätten weiterhin geöffnet, weil sie von der Landesregierung als systemrelevant eingestuft wurden. Falls es zu Wartezeiten kommt, verlängert sich die Wechsel-Saison in diesem Jahr. Werkstatt-Termine sollten aber wie gewohnt vereinbart werden, schon allein, um Arbeitsplätze zu sichern.

Die GTÜ gibt Tipps für den Reifenwechsel: Als erstes heißt es, schon beim Kauf auf die Qualität der Reifen zu achten. Ein optimales Handling, Bremsweg, Aquaplaning, Seitenführung, Rollwiderstand, Komfort, Geräusch und Verschleiß stehen dabei im Vordergrund.

Worauf achten beim Reifenkauf?

Beim Kauf vermeintlich günstiger Reifen ist deshalb höchste Vorsicht geboten, so die GTÜ-Experten. Besonders „Billigreifen“ aus asiatischer Produktion drängen verstärkt auf den deutschen Markt. Die GTÜ hat einige dieser Reifen getestet – mit erschreckendem Ergebnis. Während der Referenzreifen aus deutscher Produktion beim Bremsen aus 100 km/h nach 49,9 Metern zum Stehen kam, hatte der schlechteste Reifen bei knapp 50 Metern noch eine Restgeschwindigkeit von 44 km/h und einen über zehn Meter längeren Bremsweg (61,9 Meter).

Vorsicht vor Ladenhütern

Beim Neukauf der Sommerreifen keine Ladenhüter wählen. Ein als neu angebotener Reifen sollte keinesfalls älter als drei Jahre sein. Da Reifen aufgrund chemischer und physikalischer Prozesse auch durch die bloße Lagerung altern, gilt die Regel: je jünger desto besser. Auch der Laie erkennt das an der sogenannten DOT-Nummer, die jeder Reifen an seiner Flanke trägt und dessen vier letzte Ziffern das Produktionsdatum verraten. Steht hier zum Beispiel „5019“, dann bedeutet dies, dass der Reifen in der 50. Kalenderwoche des Jahres 2019 gefertigt wurde.

Montage der „Gebrauchten“ vom letzten Jahr

Sollen die Reifen vom letzten Sommer montiert werden, muss das Profil ausreichen. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sollten es aber wenigstens 3mm sein.

Neuer Reifen bereit zur Montage

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Die vorgeschriebene Profiltiefe sorgt für Verkehrssicherheit.

Bei der Montage darauf achten, dass die Reifen mit dem besseren Profil aus Sicherheitsgründen stets auf der Hinterachse montiert werden. Beim Tausch von hinten nach vorne die Reifen niemals von links nach rechts montieren. So ist gewährleistet, dass so genannte laufrichtungsgebundene Reifen immer auf der richtigen Seite aufgezogen bleiben. Durch das Tauschen werden die Reifen gleichmäßiger abgenutzt und können bei Bedarf alle vier auf einmal durch neueste Produkte ersetzt werden.

Auswuchten nicht vergessen

Neue Reifen werden in der Fachwerkstatt niemals ohne Auswuchten montiert. Diese Maßnahme sollte in regelmäßigen Abständen auch bei gebrauchten Pneus gemacht werden. Denn im Laufe der Zeit können Unwuchten entstehen, etwa beim Überfahren von Bordsteinkanten. Das macht sich schlimmstenfalls durch ein „flatterndes“ Lenkrad oder ungewohnte Fahrzeugvibrationen insbesondere zwischen Tempo 80 und 120 bemerkbar. Es führt aber in der Regel auch zu ungleichmäßigem Reifenabrieb und damit einhergehend höherem Verschleiß an Reifen und Fahrwerk.

Die gebrauchten Sommerpneus sollten deshalb vor der Montage genau kontrolliert werden. Sind Lauffläche und Flanken unverletzt? Unregelmäßig abradierte Reifen deuten auf defekte Stoßdämpfer, eine falsche Fahrwerksgeometrie, zu niedrigen Fülldruck oder eine Unwucht der Reifen hin.

Reifenwechsel in der Werkstatt

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Der Reifenprofi achtet bei der Montage auf alle Details.

Die Schrauben anziehen und den Fülldruck prüfen

Man sollte sich unbedingt vergewissern, dass bei der Rädermontage die Radschrauben mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden (steht in der Betriebsanleitung). Dazu benötigt man neben dem normalen Radkreuz einen Drehmomentschlüssel, der die Kontrolle des Anzugsdrehmoments ermöglicht. Zu wenig ist da genauso schädlich wie zu viel. In beiden Fällen können sich nämlich die Radschrauben lösen. Bei zu stark angezogenen Radschrauben werden unter Umständen die selbstsichernden Materialeigenschaften aus der Verbindung Felge/Radschraube in Mitleidenschaft gezogen.

Unmittelbar nach der Montage geht es um den richtigen Reifenfülldruck. Geprüft werden sollte auch der korrekte Luftdruck des Reserverads (sofern vorhanden), damit es im Ernstfall tatsächlich einsatzbereit ist.