"Eine nicht vorhandene oder unzureichende Außenabdichtung der Kellerwände ist eine weitverbreitete Schwachstelle vor allem älterer Häuser", weiß Sanierungsspezialisten Dipl.-Ingenieur Thomas Molitor. "Durch diese 'Achillesferse' dringt ungehindert Feuchtigkeit aus dem seitlich angrenzenden Erdreich in das Kellermauerwerk ein. Erst nach einer Außenabdichtung, und falls diese beispielsweise wegen angrenzender Bebauung nicht möglich sein sollte, nach einer Innenabdichtung, werden die Kellerräume wieder zu trockenen und vollnutzbaren Lager,- Hobby- oder sogar Wohnräumen."

Keller wird zum Gästebereich
Diese Idee hatten auch Bärbel und Hanno Peters. Sie wollten ihren feuchten Nutzkeller in einen schicken Gästebereich umwandeln. "Für unsere Freunde aus aller Welt wollten wir hier ein großes Gästezimmer mit rund 35 qm und ein schönes Badezimmer herrichten. Der Platz dafür und die notwendigen Anschlüsse waren ja vorhanden", so die Hausherren. Das Kellermauerwerk wies jedoch an vielen Stellen Undichtigkeiten auf. Diese mussten erst einmal beseitigt werden. Wichtig war den Eigenheimbesitzern, hier keine halben Sachen zu machen. Ein Kaschieren mit Farbe oder ähnliche "Tricks" kamen für sie nicht in Frage, sondern nur eine professionelle Abdichtung, bevor der Keller ausgebaut werden sollte.

Mit Rücksicht auf den Garten und entsprechende Mehrkosten durch Außenarbeiten schlug der Sanierungsexperte eine Außenabdichtung als bauphysikalische Optimallösung vor. Alternativ war auch eine Innenabdichtung denkbar. Da die Außenanlagen im Nachgang ohnehin neu gestaltet werden sollten, hat man sich für die Variante Außenabdichtung entschieden.

Keller als Wohnraum ausgebaut

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Wohnliches Ambiente, wo vorher mal ein Keller war.

Mehrstufige Außenabdichtung als Königsweg

Für eine Außenabdichtung wird das Kellermauerwerk freigelegt, das Erdreich etwa 3,00 m tief und 1,00 m breit ausgehoben. Die hochwertige Außenabdichtung gegen die seitlich eindringende Feuchte wird dann in einem mehrstufigen Verfahren aufgetragen. Hierfür verwendet der Sanierer zunächst einen wassersperrenden Spezialputz. Er schafft die Voraussetzung für eine optimale Haftung des eigentlichen Abdichtungsmaterials und ist zudem wasserabweisend. Anschließend kommt ein zweikomponentiges Abdichtungssystem aus kunststoffmodifizierter Bitumendickbeschichtung (KMB) zum Zug. Dieses System wird zweilagig und mit einer vollflächigen Gewebeeinlage aufgetragen. Die beiden Lagen verbinden sich dann zu einer wasserundurchlässigen, flexiblen und rissüberbrückenden Abdichtung.

Schutzplatten aus Polystyrol

Das heißt, die Feuchte gelangt über das Erdreich erst gar nicht mehr bis an das Mauerwerk heran. Zum Schutz der Außenabdichtung werden nach der vollständigen Durchtrocknung Schutzplatten aus Polystyrol angebracht. Sie verhindern eine mechanische Beschädigung der Abdichtungsbeschichtung, wenn das Erdreich wieder aufgefüllt wird.

Jetzt steht der Umgestaltung des Kellers zum einladenden Wohn- oder Gästetrakt nichts mehr im Wege. Ein Zugewinn an Wohnqualität durch die fachgerechte Sanierung im Baubestand.