Wer schon mal in einem Elektroauto saß, weiß: der Stromer kommt schnell auf Touren. Die Fahrleistung von Elektroauto und Verbrenner ist insgesamt vergleichbar. Insbesondere beim Beschleunigen zum Überholen kommt Fahrspaß beim E-Auto auf und spätestens wenn der Stromer nahezu lautlos die Fahrbahn entlang flitzt und an der Ampel gerne mal den schnurrenden Diesel hinter sich lässt, wird klar: die Mobilität der Zukunft macht Spaß.

Ist der Stromer insgesamt günstiger oder teurer als ein Benziner oder Diesel?

Für den hohen Anschaffungspreis gibt es Zuschüsse. Dazu kommt: Elektroautos sind nicht annähernd so komplex wie Verbrenner, entsprechend geringer sind die Wartungskosten und der Verschleiß. Daneben entfällt die Kfz-Steuer für den Stromer für einen Zeitraum von zehn Jahren. Spezielle Versicherungstarife für E-Autos gibt es zwar noch nicht, doch gewähren manche Versicherer günstigere Tarife für besonders umweltfreundliche Fahrzeuge. Da der Wagenwert die Versicherungskosten beeinflusst, sind die Kasko-Versicherungen für E-Autos wiederum etwas teurer.

Förderungen für E-Autos

Grundsätzlich können Fördermittel nur für bereits gekaufte und zugelassene E-Autos beantragt werden, die noch mindestens sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen bleiben. Die sogenannte "Innovationsprämie" des Bundes steigt aufgrund der Corona-Krise befristet bis Ende 2021 an. Für reine E-Autos erhält man eine Förderung von bis zu 9.000 Euro, für Plugin-Hybride von bis zu 6.750 Euro. Die erhöhte Förderung gilt für Fahrzeuge mit einer Erstzulassung ab dem 3. Juni 2020. Den Antrag stellt man hier beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Das BAFA hat auch eine Liste mit allen förderfähigen Fahrzeugen und viele weitere aktuelle Informationen.

Außerdem wurden die Steuervorteile im Rahmen des Corona-Konjunkturprogrammes verlängert. Wer ein bis zum 31. Dezember 2020 zugelassenes Elektrofahrzeug fährt, muss zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer zahlen.

Für das Laden sind die Preise des Stromanbieters zu Hause ausschlaggebend. Der Ladepreis mit Haushaltsstrom liegt etwa 25 Prozent unter dem Spritpreis an der Tankstelle. Andernorts wird das Laden teils nach Strommenge bezahlt, teils nach Ladezeit – häufig aber ist der Service nicht billig. Auf 100 Kilometer verbraucht ein Stromer im Normalfall zwischen 13 und 20 Kilowattstunden Strom. Für Spontan- und Gelegenheitsnutzer kann der Preis leicht höher ausfallen als. Ladeflatrates bieten eine Möglichkeit zu sparen. Wird mit einem Anbieter ein Vertrag abgeschlossen, sorgt dieser meist für geringere Ladepreise. Fazit: Bei teuren Anbietern kostet Ladestrom teils mehr als Benzin. Doch wer zu Hause lädt oder an Ladesäulen, die Geschäfte als Teil ihres Services kostenlos anbieten, der spart.

Wie nutze ich öffentliche Ladestationen?

Bislang werden die meisten Elektroautos zu Hause oder am Arbeitsplatz aufgeladen. Tankstellen haben in der Regel keine Ladesäulen, aber Baumärkte, Möbelgeschäfte und Supermarktketten bieten immer häufiger auf ihren Parkplätzen kostenfreies Stromzapfen an. Auch einzelne Autohersteller und Autohändler stellen ihren Kunden kostenlos nutzbare Ladestationen zur Verfügung. Die meisten öffentlichen Ladesäulen werden von großen Energiekonzernen oder den Stadtwerken betrieben und erfordern größtenteils eine kostenpflichtige Registrierung.

Darüber hinaus gibt es viele kleinere Ladesäulenbetreiber, die unterschiedliche Zugangs- und Zahlungsbedingungen besitzen. Von der eigenen Ladekarte über die Handy-App bis zum QR-Code, der den Zugang zur Ladesäule ermöglicht, ist alles dabei. Empfehlenswert sind Dienstleister, die Services möglichst vieler Ladesäulenbetreiber bündeln und so einen einheitlichen Zugang zu verschiedenen Ladestationen anbieten (zum Beispiel The New Motion oder die ACE-Ladekarte PowerMe). Im Idealfall handelt es sich dabei um Schnellladestationen – dann ist der Akku nach etwa 30 Minuten wieder zu 80 Prozent voll.

Ladeplatz für Elektroauto

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Bisher existieren etwa 5.000 öffentliche Ladesäulen.

Was gibt es bei der Pannenhilfe für das Elektroauto zu beachten?

Die Batterie des Elektroautos versagt mitten auf der Autobahn – jetzt ist schnelle Hilfe gefragt. Diese gewährleisten im Normalfall die Pannenhelfer der Automobilclubs, wie beim Benziner und Diesel auch. In den meisten Fällen wird das Fahrzeug zur nächsten Ladestation transportiert. Denn ein Laden vor Ort, wo das Fahrzeug liegen geblieben ist, ist nicht effizient und behindert den nachfolgenden Verkehr. Die Mitgliedschaft beim Autoclub bietet in der Regel den vollen Leistungsumfang einer Pannenhilfe sowie ergänzende Mobilitätsleistungen, wie Mietwagen und Übernachtung. Meist jedoch erfolgt bei Defekten am E-Auto zunächst die Überführung zu einem autorisierten Betrieb, um die weitere Gewährleistung des Herstellers zu garantieren. Denn bei Stromern ist der technische Zugriff Dritter oftmals herstellerseitig untersagt.

Mit welchen Reparatur- und Wartungskosten muss ich beim E-Auto rechnen?

Reparaturpreise können unterschiedlich ausfallen. Der Akku ist das teuerste Einzelbauteil im Elektroauto. Zumeist gewähren die Hersteller darauf eine Garantie von acht Jahren. Der Ersatzteilpreis kann durchaus 8.000 Euro betragen. E-Motor, Batterie und Leistungselektronik sind dafür so gut wie wartungsfrei und die Bremsen verschleißen deutlich weniger. Im Vergleich mit Benzinern und Diesel halten Bremsen im Elektroauto drei- bis viermal so lange. Daneben entfallen viele teure Serviceteile wie Zahnriemen, Auspuff, Öle und Filter. Die Kosten für Wartung und Reparatur liegen dadurch insgesamt rund 40 niedriger als bei einem Benziner oder Diesel.  

Passt das Elektroauto zu jedem Fahrtyp?

Gerade zu Berufspendlern und Gelegenheitsfahrern mit der Möglichkeit, zu Hause oder am Arbeitsplatz zu laden, passt das Elektroauto. Es muss für regelmäßige Pendler nicht einmal zwingend ein reichweitenstarker Stromer sein. Die Fahrt zur Arbeit und zurück ist für den Akku, der durchschnittlich 150 bis 200 Kilometer durchhält, kein Problem. Bei schnelleren Geschwindigkeiten und bei Minus- bzw. Hitzegraden ist zu beachten, dass der Aktionsradius sinkt, doch bleibt zwischen den Fahrten genug Zeit zum Nachladen – zumindest wenn über Nacht in der heimischen Garage oder tagsüber auf dem Parkplatz des Arbeitgebers die Möglichkeit besteht. Ausreichend ist hier ein Kraftstromanschluss – zu erkennen am roten Stecker, denn über Nacht oder am Arbeitsplatz bleiben mindestens sechs Stunden zum Laden. Richtig schnell geht es mit einer Wallbox, einer Wandladestation mit einer Ladeleistung mit bis zu 22 Kilowatt.

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