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Schulden

Paritätischer will mehr Geld für Schuldnerberatungen

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg fordert mehr Geld für Schuldnerberatungen im Südwesten. «Bisher ist die Finanzierung der Schuldnerberatungsstellen im Land uneinheitlich und unzureichend», sagte Vorständin Uta-Micaela Dürig. Angesichts ständig steigender Zahlen überschuldeter Menschen brauche es auch mehr Personal. «Dazu ist aber eine auskömmliche, einheitliche und flächendeckende Finanzierung der sozialen Schuldnerberatung durch die Kommunen erforderlich», sagt sie. Das Land trage dazu mit Fallpauschalen nur einen geringen Teil bei. Der größte Teil der Beratungsstellen sei auf Fördermittel oder Eigenmittel angewiesen.

Die Fälle würden komplexer und auch die Dauer von Beratungen nehme zu, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Auch werde dem Ministerium berichtet, dass mehr und mehr Menschen Beratung zur Existenzsicherung bräuchten: Wenn etwa die Stromrechnung oder Miete nicht mehr bezahlt werden kann und Obdachlosigkeit oder eine Stromsperre droht.

Für die Beratung verschuldeter Menschen sind die Kommunen zuständig. Im Südwesten gibt es knapp 90 Schuldnerberatungsstellen Freier Träger, getragen vor allem von der Diakonie Baden, der Diakonie Württemberg sowie der Caritas und dem Paritätischen. Eine Erhebung der Liga der freien Wohlfahrtspflege hatte für das Jahr 2022 ergeben, dass die Zahl der Beratungsfälle im Vergleich zu den beiden Jahren davor um rund 2800 auf etwa 14.000 angestiegen war. Zahlen für 2023 will die Liga voraussichtlich im Herbst dieses Jahres veröffentlichen.