Romina Konrad liebt den Fußball, und das seit frühester Kindheit. Sie ist Verbandstrainerin beim Badischen Fußballverband und auch Trainerin des KSC-Frauenteams.

„Seit ich fünf Jahre alt bin, spiele ich im Verein Fußball. Als junges Mädchen ging es nach der Schule jeden Mittag mit dem Fahrrad auf den Bolzplatz“, sagt Romina Konrad. Bis zum Alter von 15 Jahren hat die in Eberbach geborene und heute in Brühl bei Schwetzingen lebende Sportlerin zusammen mit den Jungs beim SV Neckargerach gekickt und wechselte dann zur TSG Hoffenheim, wo sie bis zur U19 in den verschiedenen Teams aktiv war.

Den Eltern dankbar

Dann kam der nächste Schritt und Engagements beim 1. FFC Niederkirchen und 1. FC Saarbrücken in der 2. Frauen-Bundesliga Süd folgten. „Doch die Verbindung zur TSG Hoffenheim ist durch meine aktive Zeit im Verein, selbst als Bayern München Fan, immer geblieben“, so die heute 31-jährige Abwehrspielerin, die parallel die Max Weber-Schule in Sinsheim besuchte und ihr Studium „Gesundheitsmanagement und Sportmedizin“ mit Bachelor of Arts abschloss. „Ich bin meinen Eltern Ute und Mathias sehr dankbar, dass sie meinen Weg begleitet und mich unterstützt haben. Sie fuhren mich in jungen Jahren zum Auswahltraining nach Karlsruhe und zu den Spielen nach Hoffenheim“.

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DFB-A-Lizenz

Heute ist die Frau, die in der Freizeit gerne Ski und Snowboard fährt, gut Essen geht und neue Orte bereist, nicht nur Verbandstrainerin beim Badischen Fußballverband sowie im BFV-Team-Management und der Talentförderung mit den Auswahlteams auf der Sportschule Schöneck eingebunden, sondern hat seit Sommer 2023 auch das Zertifikat mit der DFB-A-Lizenz in der Tasche. Damit ist sie berechtigt, bei den Männern bis in der Regionalliga und bei den Frauen bis in der Bundesliga hauptverantwortlich tätig zu sein.

2018 ging's zum KSC

Als „intensiv und sehr lehrreich“ hatte Konrad den Lehrgang auf dem DFB-Campus in Frankfurt beschrieben, den sie unter anderem mit Teilnehmern wie Roberto Hilbert oder einem gewissen Sandro Wagner absolvierte. Im Jahr 2018 war sie nach einer weiteren Station als Aktive beim TSV Neckarau und danach beim Karlsruher SC gelandet, wo sie seit nunmehr sechs Jahren als Trainerin, zeitweise auch Spielertrainerin, fungiert.

Blick ins neue Stadion

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Seit Sommer 2023 ist das neue KSC-Stadion fertig.

Als Highlights ihrer bisherigen Karriere beschreibt sie die Nominierung für die Juniorinnen-Nationalmannschaft und Spiele vor vielen Zuschauern. „Als junge KSC-Trainerin gelang uns in der Saison 2019/2020 der Aufstieg in die Regionalliga. Auch das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal gegen Carl Zeiss Jena war ein schöner Erfolg“.

Zu viel Geld

Wie sich der Fußball ihrer Meinung nach in den vergangenen Jahren verändert hat? „Die Kommerzialisierung wächst bis ins Unermessliche. Spieler verdienen in jungen Jahren zu viel Geld und verlieren den Bezug zur realen Bezahlung. Sind zu schnell satt und ihre Gier geht verloren“. Und weiter: „Wir müssen die Kids wieder auf die Straße zum Spielen bekommen. Raus auf die Bolzplätze oder auf die Straße zum Inliner fahren oder Seil hüpfen“. Heute sei alles zu schnelllebig und für die Kids im Überkonsum zu leicht zu realisieren. „Ein Highlight jagt das andere“. Früher waren kleinere Dinge wie ein Stadionbesuch der Höhepunkt des Jahres.

Video: Interview mit Romina Konrad nach Pokalaus 2021

Und wie sieht es in Sachen Nachhaltigkeit im Profibereich aus? „Nachhaltigkeit im Fußball gibt es selten. Heute bist du der Star, morgen nur noch eine Nummer von vielen“. Was die Gesellschaft brauche, seien Vorbilder ohne Skandale, an denen man sich in allen Ebenen orientiert, um eine Verantwortung zu schaffen, meint Romina Konrad. „Das Ausscheiden der U19 Junioren, der A-Nationalmannschaft der Männer und das Ausscheiden der Frauen bei der WM, sehe ich differenziert an“. Ihrer Meinung nach ist der Männerfußball mit Transferablösen oder Gehälter überbezahlt, „da sind wir wieder bei dem Thema satt sein“. In anderen Ländern sei man Stolz, mit dem Wappen auf der Brust aufzulaufen. „Wir haben in den Nachwuchsleistungszentren zu früh junge Stars, die alles haben“.

Es fehlt die Wertschätzung

Auch im Frauenfußball bräuchte man Vorbilder, um junge Mädchen für den Fußball zu begeistern. „In anderen Ländern sind Spielerinnen Stars und ihre Trikots werden in den Fanshops verkauft“. Im Frauenbereich fehle die Wertschätzung sowie der Vorschuss an finanzieller Unterstützung für Spielerinnen, die das Zeitpensum der Männer stemmen, aber noch nebenher Arbeiten müssen - und das in der höchsten Liga.

Und wo landet die KSC-Frauenmannschaft am Saisonende 2023/2024? „Wir haben mit diesem Kader sicher Ambitionen und nach der vorausgegangen starken Rückrunde die Chance auf die Plätze 1 bis 6“. Romina Konrad rechnet mit einer sehr guten Saison, auch nach dem Patzer gegen den 1. FC Saarbrücken im DFB-Pokal. „Meine Mannschaft ist nach dem Umbruch mit einem Altersschnitt von 20 Jahren mit das jüngste Team in der Regionalliga. Wir wollen frühzeitig den Klassenerhalt schaffen und dann sehen wir weiter“.