Merken

Kampf gegen das Artensterben

Zoo KA: Stiftung zum Schutz des Humboldt-Pinguins gegründet

Dr. Clemens Becker, Werner Knauf und Dr. Matthias Reinschmidt

Stadt Karlsruhe/Zoologischer Stadtgarten/Timo Deible

Dr. Clemens Becker, Werner Knauf und Dr. Matthias Reinschmidt, die gemeinsam die Sphenisco als Unterstiftung der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe gegründet haben.

Der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe stehen zukünftig weitere Mittel zum Kampf gegen das Artensterben zur Verfügung. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Humboldt-Pinguin gelegt. Dafür wurde jetzt die Sphenisco Stiftung gegründet. In diese hat Werner Knauf aus Landau rund 900.000 Euro private Vermögenswerte eingebracht.

ein Humboldt-Pinguin schwimmt im Wasser

Stadt Karlsruhe/Zoologischer Stadtgarten/Timo Deible

Humboldt-Pinguine leben ursprünglich an den Pazifikküsten in Peru und Chile.

„Ich schätze die Arbeit der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe und den Vorsitzenden Dr. Matthias Reinschmidt sowie dessen Stellvertreter Dr. Clemens Becker. Von daher war es mein Wunsch, die Strukturen zu nutzen und Sphenisco als Unterstiftung zu gründen“, erläutert Knauf.

Vor der Ausrottung bewahren

Er hat zudem mit seiner vor einem Jahr verstorbenen Frau Gabriele 2008 den Verein „Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguins“ aus der Taufe gehoben und seitdem geführt. Dieser  hat sich zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit chilenischen Naturschützern und Wissenschaftlern dazu beizutragen, den Humboldt-Pinguin vor der Ausrottung zu bewahren.

Die in die Unterstiftung eingebrachten Vermögenswerte sollen dabei langfristig erhalten bleiben. Mit einem geschätzten Ertrag von rund 20.000 Euro jährlich sollen Maßnahmen zum Schutz des Humboldt-Pinguins und dessen Lebensraums finanziert werden. „So können wir weiterhin zum Schutz dieser Art beitragen“, betont Knauf.

Ein Lebenswerk wird weitergeführt

Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt, der zudem Vorsitzender der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe ist, zeigt sich begeistert von dem Engagement: „Es ist das Lebenswerk von Gabriele und Werner Knauf, das wir hier unter unserem Dach weiterführen dürfen. Es verdient unheimlichen Respekt, wie sich das Ehepaar über so viele Jahre engagiert hat.“

„Mit dieser zukunftsfähigen Lösung kann weiter daran gearbeitet werden, diese bedrohte Vogelart, die an den Pazifikküsten in Peru und Chile lebt, zu retten. Das war der gemeinsame Wunsch von meiner Frau und mir“, berichtet Knauf. Die Weltnaturschutzunion stuft den Humboldt-Pinguin auf der Roten Liste als „gefährdet“ ein.

Humboldt-Pinguin

Stadt Karlsruhe/Zoologischer Stadtgarten/Timo Deible

Der Humboldt-Pinguin gilt als vom Aussterben bedrohte Art.

Der Bestand der Art in der Natur ist durch eine ganze Reihe von Faktoren bedroht. Der Rückgang des Fischbestands durch Überfischung und Klimaveränderungen, Meeresverschmutzung sowie illegaler Guano-Abbau nehmen dem Humboldt-Pinguin zunehmend die Lebensgrundlage. Zudem verenden Tiere in Fischernetzen, sterben beim Fischfang mit Dynamit oder werden gefangen, verzehrt oder als Fischköder benutzt.

Erhaltungszuchtprogramm

Der Zoo Karlsruhe beteiligt sich am Erhaltungszuchtprogramm für Humboldt-Pinguine des Europäischen Zooverbands EAZA. Darin sind 109 Institutionen vereint, koordiniert wird das Programm im Zoo Košice in der Slowakei. In Karlsruhe werden aktuell 25 Tiere gehalten. In der aktuellen Brutsaison sind bereits neun Eier gelegt worden.