Welche inhaltliche und formale Vorgaben gibt es für eine Bewerbung? Und konkret: Wie muss das Bewerbungsanschreiben formuliert sein, damit man als Bewerber eine Chance hat, überhaupt erst einmal zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden?

1. Tipp: An den konkreten Ansprechpartner richten

Das Bewerbungsanschreiben wird nicht in die Bewerbungsmappe eingeheftet, sondern lose auf die Mappe gelegt. Das Bewerbungsschreiben sollte an einen konkreten Ansprechpartner des Unternehmens gerichtet sein. Bewerbungen mit allgemeiner Ansprache wie z. B. "Sehr geehrte Damen und Herren" werden heute meist im Vorfeld aussortiert. Deshalb bewährt sich durchaus auch die Recherche nach einem Ansprechpartner im Vorfeld.

Das Anschreiben sollte eine DIN-A4-Seite nicht überschreiten. Und es sollte Lust auf Sie als Bewerber machen. Am Ende kann man freundlich um ein persönliches Gespräch bitten. Denn das Vorstellungsgespräch ist natürlich das Ziel der Bewerbung.

2. Tipp: Die formalen Regeln beachten

Egal ob man die Bewerbung per E-Mail verschickt oder klassisch per Post: Das Bewerbungsanschreiben muss stets die formalen Regeln geschäftlicher Korrespondenz erfüllen, es muss formal in Ordnung sein und darf auf keinen Fall salopp formuliert sein. Und egal ob digitalisiert oder per Post: Das Bewerbungsanschreiben muss die komplette Adresse und alle wichtigen Kontaktdaten enthalten, so dass der Personaler schnell darauf zugreifen kann. Grundsätzlich haben Personalverantwortliche in jedem Unternehmen viel Arbeit und wenig Zeit. Konsequenz: Mit dem Bewerbungsanschreiben sollte man es ihnen so leicht wie möglich machen, mit einem übersichtlichen Bewerbungsschreiben sammelt man gleich einmal die ersten Pluspunkte.

3. Tipp: Im Anschreiben auf die Stellenausschreibung eingehen

Von größter Bedeutung ist es, die Stellenausschreibung intensiv zu studieren und das Bewerbungsanschreiben darauf anzupassen. Es geht nicht um eine brillante Selbstdarstellung, sondern darum, die Kenntnisse und Qualifikationen vorzustellen, die sich exakt auf die Stelle und ihre Anforderungen beziehen. Insofern sollte man sich in die Position des Personalers hineinversetzen.

Erkennt ein Personaler, dass ein Bewerber nur seine Standard-Bewerbung abgeschickt hat - also einen Serienbrief und nicht auf die Stellenausschreibung eingegangen ist, wird er ihn meist sofort aussortieren.

4. Tipp: Die wichtigsten Kriterien für das Anschreiben

  • Motivation überzeugend schildern
  • Keine Übertreibungen und keine Schachtelsätze
  • Möglicher Eintrittstermin mitteilen
  • Schreibweise des Unternehmens und des Ansprechpartners beachten
  • Falls in der Ausschreibung gewünscht die Abgabe einer Gehaltseinschätzung

Personalverantwortliche wollen so rasch wie möglich die Persönlichkeit des Bewerbers erfassen können. Manche nehmen sich für die erste Durchsicht einer Bewerbung gerade mal 30 Sekunden bis zwei Minuten Zeit. Entscheidend ist also, kurz und knapp, aber dennoch präzise die Eignung für den ausgeschriebenen Job zu nennen.

5. Tipp: Mit relevanten Informationen punkten

Wer sich auf das Notwendige beschränkt und überflüssige Informationen vermeidet, hinterlässt einen guten ersten Eindruck. Auch bei den sogenannten Soft Skills sollte man zurückhaltend sein, falls sie keinen Bezug zur Stellenausschreibung haben. Auch vorgefertigte Bewerbungsformulare lassen oftmals Raum, mit relevanten Informationen zu punkten. Dafür gibt es die Felder "Besondere Kenntnisse" und "Bemerkungen", hier trägt man Schüsselqualifikationen, bisherige Tätigkeiten und branchenspezifische Erfahrungen ein, die für die Stellenausschreibung relevant sind.

6. Tipp: Rechtschreibfehler unbedingt vermeiden

Nicht zu lang, nicht zu kurz, nicht zu langweilig und vor allem fehlerfrei muss das Bewerbungsanschreiben sein. Personaler müssen manchmal hunderte Bewerbungsunterlagen sichten, da muss auf den ersten Blick klar sein, warum man die Stelle will. Positiv ist es, wenn man ein Highlight aus dem Lebenslauf kurz beschreibt und warum die Firma davon profitieren könnte. Wenn die ausgeschriebene Stelle nicht perfekt zum Lebenslauf passt, sollte man das nicht verschweigen, sondern erklären, warum man sich trotzdem beworben hat. Bei Rechtschreibung und Grammatik darf es keinerlei Fehler geben. Entdeckt der Personaler Fehler, wird er die Bewerbung in der Regel sofort zur Seite legen.

Korrekutren an Bewerbungsunterlagen vornehmen

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7. Tipp: Nicht als perfekt hinstellen

Ein geübter Personaler wird konsequent die Allgemeinplätze und Füllsätze ausblenden, mit denen Bewerbungsanschreiben geschmückt werden können. "Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung zur Kenntnis genommen" - das könnte jeder schreiben, der sich auf die Ausschreibung bewirbt, der Satz ist beliebig. Dann schon lieber einsteigen mit "Hiermit bewerbe ich mich um...". Für den Personaler interessant ist dann das, was diesen Bewerber von allen anderen unterscheidet.

Für ein perfektes Bewerbungsanschreiben muss man sich nicht als perfekt hinstellen - das ist kaum ein Mensch. Man soll den ausgeschriebenen Job möglichst perfekt erfüllen. Das heißt:

  1. In der Kürze liegt die Würze: schnell auf den Punkt kommen, der aus der Sicht des Personalers für einen selbst als Bewerber sprechen könnte.
  2. Maßgeschneidertes Profil: aufzählen, welche bisherigen Leistungen, Schwerpunkte, Abschlüsse einen gerade für diesen Job qualifizieren.
  3. Die Sprache macht den Unterschied: starke Verben verwenden und sich auf konkrete Hauptwörter beschränken.
  4. Fakten schaffen Vertrauen: "Ich habe dies und das gemacht" ist besser als "Ich bin genau geschaffen für diesen Job".