Beinahe drei von vier Siebtklässlern in Deutschland leiden regelmäßig an Kopfschmerzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung, die das ZIES (Zentrum für Forschung und Diagnostik bei Implantaten, Entzündungen und Schmerzen) im Rahmen des bundesweiten Projekts "Aktion Mütze - Kindheit ohne Kopfzerbrechen" durchgeführt hat. Die Aktion, die von der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK unterstützt wird, klärt über Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen auf und gibt Unterstützung für deren Prävention. Eva Berninger, zuständig für Präventionsangebote bei der SBK, erklärt, was hinter einem brummenden Kopf bei Kindern steckt und wie Betroffene dem Schmerz vorbeugen können.

Einschränkungen im Alltag

Stechend, pulsierend oder drückend - Kopfschmerzen äußern sich auf vielfältige Weise und sind häufig mit starken Einschränkungen im Alltag verbunden. So konnte etwa jeder dritte Schüler, der regelmäßig an Migräne leidet, sowie jeder fünfte Schüler mit Kopfschmerz vom Spannungstyp an mindestens einem Tag innerhalb der vergangenen drei Monate aufgrund von Kopfschmerzen nicht am Unterricht teilnehmen. Über 60 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen meiden allerdings den Weg zum Arzt, jeder Dritte greift auch ohne ärztlichen Rat zu rezeptfreien Medikamenten. "Diese Entwicklung beobachten wir mit Sorge - denn wenn Arzneien bedenkenlos gegen Kopfschmerzen eingenommen werden, kann das die Symptome sogar noch verstärken. Deutlich wirksamer ist es, langfristig an der Ursache anzusetzen und Kopfschmerzen vorzubeugen", erklärt Berninger. Regelmäßige Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen führen oft zu psychischen Problemen. Betroffene entwickeln darüber hinaus häufig lebenslange chronische Kopfschmerzen.

Was hilft gegen einen dicken Kopf?

Ein gesunder und aktiver Lebensstil kann viel dazu beitragen, Kopfschmerzen bei Schülern vorzubeugen. "Besonders wichtig ist die regelmäßige Zufuhr von vollwertigen Kohlenhydraten, daher sollten keine Mahlzeiten ausfallen. Auch eine Trinkmenge von mindestens zwei Litern Wasser am Tag sowie regelmäßige und ausreichende Schlafenszeiten sind von großer Bedeutung. Zudem sollten Kinder und Jugendliche mindestens 90 Minuten pro Tag in Bewegung sein", rät Berninger. Wenn Kinder über längere Zeit Bildschirminhalte betrachten, kann dies Kopfschmerzen auslösen. Ein angemessenes Pensum an nicht verplanter Freizeit trägt ebenfalls zur Prävention bei.