„Niemand hört es gern, dass man ihn Greis nennt“ – das erkannte schon Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Und in der Tat ist der Alterungsprozess für die meisten von uns ein sensibles Thema. Zwar können wir ihn nicht aufhalten, seine weniger angenehmen Begleiterscheinungen wie etwa Bluthochdruck oder Arthrose jedoch vermeiden. medicalpress erklärt, wie das geht.
Lang lebe das Leben
Wurden die Menschen vor 150 Jahren im Schnitt nur 40 Jahre alt, liegt die Lebenserwartung heute glücklicherweise deutlich höher. So werden Frauen etwa 83 Jahre alt, während den Herren im Schnitt 78 Lebensjahre bevorstehen. Einer Studie zufolge schätzen viele Senioren ihre Lebenserwartung jedoch vollkommen falsch ein. Der renommierte amerikanische Altersforscher Steven Austad ist der Ansicht, dass Langlebigkeit zu gleichen Teilen von Genen und Glück abhängt. Während sich die Gene nicht beeinflussen lassen, könne das Glück etwas Hilfe bekommen, so der Wissenschaftler.
Best Ager – junggebliebene Senioren
Hinzu kommt, dass sich Das Selbstverständnis der älteren Generation in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt hat. Inzwischen wird das Alter nicht mehr als passive Phase empfunden, die einfach nur ertragen werden muss. "Von 30 bis 60 Jahren ist es genauso lang wie von 60 bis 90", sagt die 71-jährige Greta Silver, die als Best-Ager-Model und Bestsellerautorin bekannt wurde. Wie sie fühlen sich die meisten „Silver Surfer“ zu jung für das Alter. Sie betrachten ihre dritte Lebensphase als aktiven und facettenreichen Abschnitt. Mit viel Neugier und Tatendrang wollen sie sich neu entfalten und bislang ungelebte Lebensträume verwirklichen.
Lebensfreude leben
Im Leben der sogenannten Silver Society nehmen nach wie vor Freizeitgestaltung, Freundschaften und partnerschaftliche Bindungen viel Platz ein. Gleichzeitig rückt das eigene Wohlbefinden mehr und mehr in den Fokus. Denn die gesundheitliche Vorsorge hat mit zunehmendem Alter einen wichtigen Stellenwert. Auf geistiger Ebene bedeutet dies zunächst ein positives Mindset, das die Menschen beim vitalen Älterwerden unterstützt und ihre lebensbejahende Einstellung widerspiegelt. Im körperlichen Bereich stehen ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung im Fokus. Dazu gehört auch eine optimale Versorgung mit wichtigen Nährstoffen.
Die 100-Jahre-Diät
Es ist bekannt, dass die Ernährung einen erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden ausübt. Ernährungswissenschaftler empfehlen Personen im fortgeschrittenen Lebensalter drei Haupt- sowie zwei kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. So bleibt der Körper mit genügend Antioxidantien versorgt, welche die Zellen vor freien Radikalen schützen, welche maßgelblich am Alterungsprozess beteiligt sind. Zu den wichtigsten Antioxidantien zählen die Vitamine A, C und E sowie Selen, Zink, Mangan, Kupfer und das Coenzym Q10. Letzteres steckt beispielsweise in Fleisch, Sesamöl, Erdnüssen oder Sojabohnen. Zu häufigen Nährstoffdefiziten im Alter zählen Vitamin D, Folsäure und Jod. Diese können jedoch mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Außerdem müssen Senioren auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, da sie häufig aufgrund eines reduzierten Durstgefühls oder der Angst, nachts zur Toilette zu müssen, weniger trinken.
So wird die Nacht erholsam
Schlaf ist ein Vitalbedürfnis und als solches nicht zu vernachlässigen. Doch mit zunehmendem Alter verändert sich auch das Schlafverhalten: Etwa die Hälfte der über 65-Jährigen gibt an, unter Schlafstörungen zu leiden. Ein häufiger Auslöser sind Rückenschmerzen. Um die Muskulatur zu entspannen, ist Wärme, z. B. in Form einer Wärmflasche oder eines Thermopflasters, eine wirkungsvolle Maßnahme. Auch die Regelmäßigkeit des Lebensstils trägt maßgeblich zur Schlafqualität bei. Der Spaziergang an der frischen Luft, der Nachmittags-Tee oder Treffen mit Familie und Freunden sollten daher in einem festen Rhythmus erfolgen.
Körperlich aktiv bleiben
Ein Spaziergang an der frischen Luft hat für Senioren gleich mehrere positive Auswirkungen auf ihre Gesundheit: Zum einen liefert die frische Luft mehr Sauerstoff für den Körper. Diesen Effekt kann man auch auf der Haut beobachten, die sogleich rosiger und vitaler erscheint. Außerdem spielt Sonnenlicht eine wichtige Rolle beim Knochenstoffwechsel und der Immunabwehr und sorgt darüber hinaus für eine positive Stimmung.
Video: Über 60? Mache diese 3 Übungen jeden Tag!
Sportliche Betätigung hat eine Reihe positiver Wirkungen auf die Gesundheit - in jedem Alter. Wer sich fit genug fühlt (im Zweifel: Rücksprache mit dem Arzt!), sollte sich ein regelmäßiges Training angewöhnen. Denn für mehr Bewegung ist es nie zu spät.
Geistige Fähigkeiten erhalten
Aber nicht nur die körperliche Konstitution gilt es so lange aufrecht zu erhalten wie nur möglich, sondern auch die geistige Leistungsfähigkeit. Wer regelmäßig geistig aktiv ist und z. B. Kreuzworträtsel oder Rechenaufgaben löst, kann Gedächtnis und Denkvermögen bis ins hohe Alter erhalten. Positiver Nebeneffekt: Die Erfolge stärken das Selbstbewusstsein und schenken Lebensmut.
Kampf den Stresshormonen!
Während bei unseren Vorfahren Stresshormone in Extremsituationen sezerniert wurden, um den Körper abwehrbereit zu machen, gilt Dauerstress in unserem heutigen Umfeld als Gefahr für die Gesundheit – denn werden Substanzen wie Adrenalin, Glukose, freie Fettsäuren und Triglyceride nicht wieder neutralisiert, können sie sich auf die Funktionsweise unseres Körpers auswirken.
Stressabbau
Jegliche Form von Stress wirkt sich negativ auf unser Wohlbefinden aus und mindert unsere geistige Gesundheit sowie Lebensqualität. Yoga und Autogenes Training eignen sich gut zum Stressabbau. Auch Spaziergänge in der Natur und an der frischen Luft machen im wahrsten Sinne den Kopf frei und lassen uns positiver denken und unsere Balance wiederfinden.