2021 fällt die närrische Zeit ins Wasser – oder? Normalerweise wird dem Fasnachts-Brauchtum gerade bei uns im Südwesten mit verschiedenen Veranstaltungen Rechnung getragen.

Doch kann man auch zu Hause Fasching feiern? Man kann! Gute Laune ist nämlich eine Sache der inneren Einstellung und dazu braucht man keinen Umzug und auch keine große Halle. Natürlich ist es schade, dass man sich nicht treffen und ausgelassen feiern kann, aber mit diesen Tipps für die Fasnachts-Party zuhause kommen Narren im engsten Familienkreis mit den Mitgliedern des eigenen Haushalts (und einer weiteren Person, denn das ist nach wie vor erlaubt!) trotzdem auf ihre Kosten.

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Mutter mit Töchtern feiert mit Konfetti und Luftballons

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Kinder lieben Konfetti und Luftballons.

1. Sich verkleiden: Selbstgemachte Faschingskostüme 

Zu einer richtigen Faschingsparty gehört natürlich ein Kostüm. Das Gute an der Fasnet zu Hause ist, dass man sich verkleiden kann, wie man will – auch leicht bekleidet, denn dank Heizung muss man sich keine Gedanken über die Außentemperaturen machen! Wie oft hat man sein Kostüm schon unter einer dicken Jacke versteckt, weil Petrus sich entschlossen hat, es am Rosenmontag schneien zu lassen? Das kann jetzt nicht mehr passieren! In Sachen Kostüm herrscht also wirklich Narrenfreiheit. Woher "Narr" kommt, lesen Sie übrigens hier.

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Kinder lieben Schminke

Also Schminke und Kostüme ausgepackt und kreativ werden - hier gibt's ein paar Kostümtipps für alle, denen wirklich gar nichts einfällt. Kinder lieben es, sich das Gesicht zu bemalen oder von den Eltern bzw. älteren Geschwistern bemalen zu lassen. Auch kreative Kopfbedeckungen kann man selbst Basteln, z. B. konische Hütchen, Stirnbänder mit allerlei Verzierungen und vieles mehr.

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2. Faschings-Musik auflegen

Am besten legt man schon beim Verkleiden die Lieblings-Partymusik CD auf. Oder man nutzt seinen Lieblings-Streamingdienst und sucht sich dort Fasnet-Musik, oder das gute alte YouTube. Hier findet man sogar Guggenmusik, denn diverse Vereine haben über die letzten Jahre ihre Auftritte online gestellt.

Es muss aber nicht immer typische Faschingsmusik sein. Unter den Stichwörtern „Schlager-Hits“ oder „Schlagerparty“, „Après Ski Hits“ oder „Ballermann Musik“ findet man Hits zum Mitgröhlen, die garantiert jeden aus der Reserve locken. Wem das nicht gefällt, der nimmt natürlich einfach seine ganz persönliche Lieblingsmusik, denn das ist noch ein Vorteil von Fasching zu Hause: Man kann sich die musikalische Untermalung komplett selbst aussuchen!

3. Videos von der Fasnet laufen lassen

Die Umzüge der vergangenen Jahre findet man, teilweise als Ausschnitte, teilweise in längeren Videos, als Mitschnitte ebenfalls online. Einfach mal bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in deren Mediatheken schauen, oder private Videos bei YouTube suchen! Man kann z. B. einen großen Umzug im Hintergrund (ohne Ton) auf dem großen Fernseher im Wohnzimmer laufen lassen. Oder man stellt alle in der Familie zur Verfügung stehenden Laptops und Bildschirme im ganzen Haus auf und lässt auf jedem ein anderes Video laufen.

Was man auch tun kann, ist Büttenreden und Unterhaltungsprogramme vergangener Faschingsbälle anschauen. Wem das zu politisch ist, der schaut einfach andere Comedy-Aufzeichnungen. Und wer es ganz traditionell mag, kann sich sogar Fastnachts-Predigten verschiedener Kirchen ansehen. Ganz kreative schreiben selber eine Büttenrede und tragen der Familie das Werk dann vor – vielleicht streamt man auch per Video auf die privaten Faschingsbälle von Freuden, dazu später mehr.

4. Dekoration für die Faschingsparty im kleinsten Kreis

Für eine Faschingsparty trotz Corona darf natürlich die Deko zu Hause nicht fehlen. Wer noch Luftschlangen, Luftballons und Girlanden daheim hat, kann sich glücklich schätzen. Wenn nicht, einfach bestellen (möglichst bei einem lokalen Geschäft und nicht beim großen A!) und liefern lassen oder abholen. Dann alles aufhängen und im Haus oder der Wohnung verteilen.

Konfetti kann man auch selbst machen, indem man mit einem Locher ganz viele Löcher in buntes Papier stanzt, oder man schneidet aus diversen Papierschnipseln kleine Vierecke aus und wirft sie munter durch die Gegend. Auch Girlanden kann man einfach selbst basteln, Anleitungen gibt’s im Internet zu Hauf. Hinterher muss man aufräumen, aber die Zeit hat man ja, denn man ist zu Hause!

Beliebte Berliner

Petra Schülle/iStock/Thinkstock

Fettig und süß muss es sein - denn nach den närrischen Tagen kommt die Fastenzeit!

5. Fastnachts-Verpflegung: Essen & Trinken

Zur Fasnet gehören Fastnachtsküchle bzw. Krapfen einfach dazu - hier kann man auch mal kreativ sein und neue Rezepte ausprobieren. Auch Berliner oder Dampfnudeln kann man kredenzen, oder Apfelküchle im Backteig. Denn diese fettigen Speisen haben auch eine traditionelle Bedeutung, besonders am Schmotzigen Donnerstag. Damit man aber nicht ewig in der Küche stehen muss, empfiehlt es sich, einfach etwas zu bestellen. Und auch die Getränke dürfen nicht fehlen. Feiert man mit Kindern, muss es natürlich alkoholfrei sein, hier bietet sich ein Kinder-Fruchtpunsch an, den man aus diversen Säften und Mineralwasser einfach selber mixt. Erwachsene machen sich leckere Cocktails. Das gute alte Bier darf zur närrischen Zeit nicht fehlen. Auch diverse Süßigkeiten und Gutsel sollten im Haus sein, dazu weiter unten noch Ideen.

Bitte beachten: Wenn man bestelltes Essen selbst abholt, natürlich vorher nichts trinken! Und bitte nicht mit dem Alkohol übertreiben, vor allem, wenn man als Erwachsener die Verantwortung trägt und Kinder im Haushalt leben! Hier appellieren wir an den gesunden Menschenverstand, können aber natürlich keine Tipps für eine Faschingsparty trotz Corona zu Hause geben, ohne dem alkoholischen Nass zumindest Erwähnung zu tun…

6. Spiele und Unterhaltung für die Fastnacht zu Hause

Einen Umzug veranstalten kann man natürlich nur, wenn man in einem kompletten Haus wohnt oder eine sehr große Wohnung hat, aber wieso nicht? Mit Gutselen schmeißen, das macht doch Spaß! Dazu den jeweiligen Ruf wie Helau, Narri-Narro, Ahoi oder welcher auch immer in Ihrer Region gerufen wird.

Den Brauch mit der Piñata aus Pappmaché aus Mexiko kennen mittlerweile auch die Deutschen. Hierbei handelt es sich meistens um die Form eines Tiers, das mit Süßigkeiten gefüllt wird. Man knüppelt solange mit verbundenen Augen (draußen) darauf ein, bis es kaputt geht und der leckere Inhalt sich überall verteilt. Dazu haben wir uns etwas Lustiges ausgedacht:

Virus-Piñata aus Pappmaché

Aus Pappmaché (Anleitung im Internet suchen!) bastelt man einen Virus – also rund bzw. als Kugel mit kleinen Spikes dran. Die Piñata wird dann nicht mit verbundenen Augen, sondern sehenden Auges (das bietet sich vor allem in der Wohnung an, wenn man keinen Garten hat, damit nichts kaputtgehauen wird) niedergeknüppelt.

So kann man seiner Aggression und seinem Frust über verpasste Partys perfekt Luft machen und dem Virus mal so richtig zeigen, was man davon hält!

7. Video-Chat mit anderen Narren

Eine weitere Person darf einen Haushalt besuchen und Kinder aus dem eigenen unter 14 können beliebig viele dabei sein. Aber was ist schon eine Party mit einem einzigen Gast? Also auch hier die neuen Medien nutzen und sich im Freundeskreis verabreden: Zu einer bestimmten Zeit treffen sich alle im Videochat und stoßen von der Ferne an.

Ganz kreative schreiben Büttenreden oder Gedichte und lesen sie sich gegenseitig vor. Außerdem hat man die Möglichkeit, sich die Kostüme zu zeigen und kann vielleicht eine Wahl zum besten Kostüm veranstalten (zur Abstimmung kann man kostenlose Umfrage-Tools nutzen). Ist man musikalisch ambitioniert, spielt man sich Musik vor oder legt als DJ für die anderen auf. Wer sich traut, macht einen öffentlichen Livestream daraus.

Mit diesen Tipps und Ideen klappt Fasching trotz Corona zu Hause bestimmt! Wir sagen Ahoi und Helau und wünschen viel Spaß!

Fasnacht in Baden-Württemberg - So feiert der Südwesten Fasnet