Roggen-Vollkornbrot enthält, bezogen auf die insgesamt enthaltenen Mahlerzeugnisse, mindestens 90 % Roggen inkl. Schalen und Keimling. Das ganze Roggenkorn kann dabei fein gemahlen oder grob geschrotet sein. Rezepturen, die Formgebung und das Backverfahren sind dem Bäcker freigestellt, so dass es in den verschiedenen Regionen in Deutschland traditionell auch viele verschiedene Roggen-Vollkornbrote gibt. Roggen-Vollkornbrote werden traditionell mit Sauerteig hergestellt. Ölsaaten, wie z.B. Sonnenblumenkerne, oder Nüsse können den Teig ergänzen.

Brot und Brötchen aus Roggen

fcafotodigital/E+/GettyImagesPlus

Roggen-Vollkornbrote werden traditionell mit Sauerteig hergestellt. Ölsaaten, wie z.B. Sonnenblumenkerne, oder Nüsse können den Teig ergänzen.

Gesund und kalorienarm

Ein Roggen-Vollkornbrot hat übrigens etwa 25 % weniger Kalorien als die gleiche Menge Weißbrot. Der ernährungsphysiologische Wert von Roggen-Vollkornbroten wird durch ihren Gehalt an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen bestimmt. Der hohe Ballaststoffgehalt wirkt sich positiv auf das Sättigungsgefühl und die Darmtätigkeit aus. Außerdem helfen die Ballaststoffe den Glukoseanstieg im Blut bei der Aufnahme zucker- und stärkehaltiger Lebensmittel zu verlangsamen.

Roggenfeld in der Sonne

IakovKalinin/iStock/Thinkstock

Wenn mehr Roggen nachgefragt werden würde, könnte das letztlich die Biodiversität positiv beeinflussen. Also öfter mal zum Roggenbrot greifen!

Bis vor 60 Jahren wurde in Deutschland mehr Roggen als Weizen geerntet und gemahlen. Seither steigt der Anteil des Weizens deutlich, während der Roggenanteil rückläufig ist. Die Gründe dafür sind vielfältig. So ist der Anbau von Roggen schwieriger, weil das Getreide oft langstrohig ist. Auch der niedrigere Roggenpreis macht den Anbau für Landwirte ökonomisch unattraktiver. Aber: „Der Roggen verfügt über besondere ökologische Vorteile. Mit einer verstärkten Nachfrage nach Roggen-Vollkornbrot könnte ein bemerkenswerter Beitrag zur Ausweitung der Fruchtfolge im Pflanzenbau geleistet werden, was zur Biodiversität beitragen würde,“ so Prof. Dr. Meinolf Lindhauer, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Brotinstituts. In Zeiten des Klimawandels sei es zudem bedeutsam, dass Roggen genügsamer als Weizen ist und auch auf trockenen Böden gut wächst.

Brot des Jahres 2020

Der vielseitige Klassiker Roggen-Vollkornbrot ist vom Deutschen Brotinstitut e.V. zum Brot des Jahres 2020 ausgewählt worden. Gründe dafür sind u.a. die vielfältigen regionalen Ausprägungen und der ernährungsphysiologische Wert. Darüber hinaus soll die Wahl auch ein Zeichen sein, um auf den rückläufigen Anbau des traditionellen deutschen Kulturgetreides Roggen hinzuweisen.