Sie ist - zu Recht, wie wir meinen – die beliebteste Sahnetorte Deutschlands und ist auf der ganzen Welt als deutscher Klassiker bekannt: Die Schwarzwälder Kirschtorte, ein Traum aus mit Kirschwasser aromatisierten Schoko-Biskuitböden und einer ebenso aromatisierten Füllung aus Kirschen mit lecker Sahne, Kirschen und Schokoraspeln obendrauf.

Mhhhhh… Da läuft einem doch das Wasser im Mund zusammen! Ein Rezept für die Schwarzwälder Kirschtorte finden Sie hier.

Aber woher kommt sie eigentlich, die Schwarzwälder Kirschtorte?

Stück Schwarzwälder Kirschtorte auf einem Teller

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Die Schwarzwälder Kirschtorte muss gewissen Spezifikationen entsprechen, um als Original durchzugehen.

Welche Kriterien muss eine original Schwarzwälder Kirschtorte erfüllen?

In den „Leitsätzen für feine Backwaren“ ist staatlich geregelt, was eine Schwarzwälder Kirschtorte ausmacht:

"Schwarzwälder Kirschtorten sind Kirschwasser-Sahnetorten oder Kirschwasser-Butterkremtorten, auch deren Kombination. Als Füllung dienen Buttercreme und/oder Sahne, teilweise Canache sowie Kirschen, auch als Stücke in gebundener Zubereitung. Der zugesetzte Anteil an Kirschwasser ist geschmacklich deutlich wahrnehmbar. Für die Krume werden dunkle und/oder helle Wiener- oder Biskuitböden verwendet. Die Masse für die dunklen Böden enthält mindestens 3 Prozent Kakaopulver oder stark entölten Kakao. Für den Unterboden wird auch Mürbeteig verwendet. Die Torte wird mit Butterkrem oder Sahne eingestrichen, mit Schokoladenspänen garniert."

Nur Torten, die diese Kriterien erfüllen, dürfen in Deutschland unter der Bezeichnung Schwarzwälder Kirschtorte verkauft werden.

Frau in Schwarzwald-Tracht mit Bollenhut

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Vielleicht kommt der Name der Schwarzwälder Kirschtorte von der typischen Schwarzwaldtracht mit Bollenhut? Man weiß es leider nicht.

Wie genau muss eine Schwarzwälder Kirschtorte sein?

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung stellte 2014 den Antrag, die „Schwarzwälder Kirschtorte“ als garantiert traditionelle Spezialität durch die Europäische Union zu schützen. Dabei werden weitere Mindestanforderungen genannt:

  • Die Torte muss einen Durchmesser von wenigstens 17 cm haben.
  • Die Sahne muss mindestens 30 % Fett enthalten.
  • Die Krume muss aus mindestens zwei Bisquitböden bestehen.
  • Die Frucht muss aus ganzen oder stückigen Sauerkirschen (ohne weitere Aromen) bestehen.
  • Die Randgarnierung muss aus Schokolade oder Schokoladenkuvertüre sein.
Schwarzwälder Kirschtorte auf Tisch mit Tellern und Gabeln

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Die Schwarzwälder Kirschtorte ist die beliebteste Torte Deutschlands.

Historisches zur Schwarzwälder Kirschtorte

Im 19. Jahrhundert gab es im Südschwarzwald ein Dessert aus Kirschen, Schlagsahne und Kirschwasser. Die eingekochten Kirschen wurden mit Rahm, in den manchmal Kirschwasser gemischt wurde, serviert. Die wahrscheinlich aus der Schweiz stammende Schwarzwaldtorte wurde zwar ohne Kirschwasser, dafür mit Biskuit, Kirschen und Nüssen zubereitet.

Joseph Keller (1887 – 1981), ein im schwäbischen Riedlingen gebortener Konditor, beanspruchte für sich, die Torte 1915 für das heute nicht mehr existente Café Agner im Bonner Stadtteil Bad Godesberg geschaffen zu haben. In einem von ihm 1927 geschriebenen Rezept, das heute im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof ausgestellt ist, kommt aber im Gegensatz zum heutigen Rezept nur eine einzige Lage Mürbeteig vor, die mit Kirschwasser aromatisierte Sahne jedoch und Kombination aus Kirschen, Sahne und Schokolade ist den Rezepten gemeinsam. Udo Rauch, Stadtarchivar in Tübingen, datiert die Erfindung der Torte auf das Frühjahr 1930 und schreibt sie dem Konditormeister Erwin Hildenbrand vom Café Walz in Tübingen zu. Die Stadt gehörte von 1818 bis 1924 noch zum Schwarzwaldkreis.

Schwarzwälder Kirsch-Dessert im Glas

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Schwarzwälder Kirsch als "Torte to go" im Glas zum Löffeln - ein Hochgenuss!

Die erste schriftliche Erwähnung der Schwarzwälder Kirschtorte findet sich erst 1934. Dabei war kein Schokoladenboden, sondern ein Haselnuss-Mürbeteigboden vorgesehen. Darauf wurde dann laut Rezept Kirschkonfitüre gestrichen und darauf kam dann ein Boden aus Walnussmasse, der mit Zucker und Kirschwasser beträufelt war. Darauf wurden dann zwei Ringe Buttercreme und ein Berg aus Kirschcremesahne verteilt, die aus Eiern, Zucker, Milch, Gelatine, Sahne, Mandeln und geschmorten Sauerkirschen bestand. Das Ganze wurde mit einem weiteren Walnussmasse-Boden bedeckt. Garniert wurde die Torte dann mit Sahne und Schokoladenspänen und mit Puderzucker bestäubt, wie heute.

Die Torte wurde in den 1930er Jahren hauptsächlich in Berlin und anderen Großstädten, aber auch in Österreich und der Schweiz serviert. Weil es vorher noch keine Kühlschränke gab, waren Sahnetorten nicht sehr weit verbreitet.

Im Jahr 1949 belegte die Schwarzwälder Kirschtorte Platz 13 der bekanntesten Torten in Deutschland und seither wurde sie immer beliebter. Heute ist sie die beliebteste und bekannteste Torte Deutschlands und man kennt sie auf der ganzen Welt. In vielen Ländern wird das Rezept abgewandelt und einzelne Zutaten durch jeweils heimische ersetzt, auch der Alkohol wird manchmal weggelassen.

Schwarzwälder Kirschtortenfestival

Seit 2006 findet in Todtnauberg, einem Ortsteil von Todtnau im Schwarzwald, alle zwei Jahre das Schwarzwälder Kirschtortenfestival statt. Amateure und Profis treten in zwei Wettkampfklassen an und präsentieren ihre Schwarzwälder Kirschtorten. Die beste Torte wird prämiert und der Gewinner oder die Gewinnerin wird „Kirschtortenkönig“ bzw. „Kirschtortenkönigin“. Die Schwarzwälder Kirschtorten werden anschließend verkauft und können genossen werden.

Im Schwarzwald gibt es mehr als nur leckere Torten! Machen SIe doch mal einen Ausflug: Hier finden Sie Infos zum Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und hier zum Naturpark Südschwarzwald.