Ob Praktikum, duales Studium, Ausbildung, erste Festanstellung oder Jobwechsel – jeder muss sich früher oder später mit der Frage „Wie bewerbe ich mich richtig?“ befassen. Um den zukünftigen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass du – und nur du – die richtige Mitarbeiterin oder der richtige Mitarbeiter für ihn bist, gibt es jedoch ein paar Dinge zu beachten. Das gilt vor allem auch dann, wenn du auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bist.

Bevor du loslegst, ist eines ganz besonders wichtig: Du musst herausfinden, was dich wirklich interessiert, wo deine Stärken liegen und welche besonderen Fähigkeiten du hast. Der erste Eindruck, den ein potenzieller Arbeitgeber von dir erhält, ist die Bewerbungsmappe. Deshalb solltest du damit positiv auffallen, dich von Mitbewerberinnen und Mitbewerbern unterscheiden. Persönlich lernt dich dein zukünftiger Arbeitgeber erst später im Bewerbungsgespräch kennen – wenn alles gut läuft.

Video: Erste Bewerbung schreiben: So kriegst du den Job! (Ausbildung, Praktikum, nach Studium)

Die Bewerbungsmappe

Die Mappe muss neben einem persönlichen Anschreiben auch einen tabellarischen Lebenslauf enthalten. Wie sich immer wieder zeigt, ist gerade der lückenlose Lebenslauf nach dem Anschreiben am wichtigsten. Weitere wichtige Zutaten für eure erfolgreiche Bewerbung sind ein Motivationsschreiben, ein vorteilhaftes und hochwertiges Bewerbungsfoto und weitere Anlagen, wie beispielsweise kopierte Zeugnisse, Bescheinigungen über absolvierte Praktika oder auch ein Nachweis, wenn du in deiner Freizeit ehrenamtlich engagiert bist.

Was selbstverständlich sein sollte: Alle schriftlichen Unterlagen müssen fehlerfrei geschrieben sein und ordentlich präsentiert werden.

Moderne Lebensläufe sind antichronologisch und im Corporate Design

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Moderne Lebensläufe sind absteigend chronologisch aufgebaut - du beginnst nicht mit der Grundschule, sondern mit deiner aktuellen Station.

Für Berufsanfänger sind zum Beispiel Jobmessen eine gute Chance, den potenziellen Arbeitgeber persönlich kennenzulernen. Oftmals könnt ihr dort auch gleich eure Bewerbungsunterlagen einreichen.

Inzwischen haben viele Firmen auf Online- Bewerbung, E-Mailbewerbung oder Online- Formulare umgestellt. Im Optimalfall sendet ihr eure Bewerbungsunterlagen in der richtigen Reihenfolge als zusammenhängende PDF-Datei. In dieser Datei sollten das persönliche Anschreiben mit Bewerbungsfoto, der Lebenslauf, das Motivationsschreiben, Zeugnisse und alle Zertifikate zu finden sein. Die E-Mail sollte kurz und präzise formuliert sein – alle weiteren wichtigen Informationen beinhaltet die Bewerbung selbst.

Wird die Bewerbung per Post verschickt, sollte das in einer Bewerbungsmappe geschehen. Achtet auch hier auf die richtige Reihenfolge. Alles muss ordentlich ausgedruckt, sortiert und sauber sein.

Zum Vorstellungsgespräch eingeladen?

Wenn diese Hürde genommen ist und du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wirst, ist das kein Grund für eine allzugroße Nervosität.

Achte auf deine Kleidung und sei pünktlich vor Ort - aber auf keinen Fall zu früh, denn das kann den straffen Terminplan des Personalers durcheinander bringen. Dass du zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurdest zeigt: Dein erster Eindruck war positiv. Achte darauf, diesen ersten Eindruck nicht zu torpedieren.

Bleibe im Gespräch immer du selbst, sei authentisch und versuche erst gar nicht, allzu cool zu wirken. Erwecke vor allem nicht den Eindruck, dass Du schon alles weißt oder noch schlimmer, dass du alles besser weißt. Und noch ein Tipp: Stelle am Ende des Gesprächs ruhig auch noch selbst ein paar Fragen zum Unternehmen. Das signalisiert, dass du dich mit dem Unternehmen beschäftigt hast und dich dafür interessierst.

Viel Glück!

Ein ansprechendes Bewerbungsfoto ist wichtig

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Die Unternehmen erhalten unzählige Bewerbungen. Hebe dich von anderen ab, aber bleib immer du selbst.

Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit

Gute Vorbereitung ist alles! Du kannst in einem persönlichen Beratungsgespräch wichtige Fragen zu deiner beruflichen Zukunft klären. Im Berufsinformationszentrum (BIZ) kannst deine Bewerbungsunterlagen erstellen. Auch deine Berufsberaterin oder dein Berufsberater kann dir gute Tipps zu einer Bewerbung geben.

Im BIZ gibt es spezielle Bewerbungs-PCs. Dort kannst du deine Bewerbungsunterlagen erstellen. Auch Bewerbungsfotos kannst du zum Beispiel einscannen. Wenn du Hilfe brauchst, hilft dir das BiZ-Personal gerne weiter.

In manchen Agenturen für Arbeit wird ein Bewerbungscoaching für die Ausbildungssuche und die Bewerbung angeboten. Frag bei deiner Berufsberatung nach, ob es ein Coaching gibt, und ob du es nutzen kannst.

Angebote der Agentur für Arbeit

Bewerbung um einen Ausbildungsplatz (Arbeitsagentur)
Berufsinformationszentrum BIZ (Arbeitsagentur)
Bewerbertraining (Arbeitsagentur)

Was gehört in die Bewerbungsmappe?

Egal ob du dich online oder per Post bewirbst – du brauchst in der Regel ein Anschreiben, deinen Lebenslauf und Zeugnisse. Manche Unternehmen erwarten auch Arbeitsproben, ein Motivationsschreiben oder -video. Ein Bewerbungsfoto hingegen ist inzwischen keine Pflicht mehr.

Blick in die Statistik

Die Schule ist fertig, das Studium oder die Ausbildung sind abgeschlossen? Das sind ja gute Nachrichten. Die andere gute Nachricht ist, dass in Deutschland junge Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger im europäischen Vergleich die besten Chancen haben, einen Job zu bekommen. Das zeigt ein Blick auf die Statistik.

Während die durchschnittliche Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren in den Mitgliedssaaten der europäischen Union laut Eurostat im März 2022 bei 13,9 Prozent gelegen hatte, betrug sie in Deutschland lediglich 5,5 Prozent. Trauriger Spitzenreiter war übrigens Spanien mit einer Quote von 29,6 Prozent.

Zwar steht außer Frage, dass du als Auszubildende oder als Auszubildender von Anfang an ein Gehalt bekommst, doch kann das Geld anfangs ganz schön knapp werden. Können deine Eltern dich jedoch finanziell nicht unterstützen, gibt es die Möglichkeit, verschiedene finanzielle Förderungen für deine Ausbildung zu erhalten, beispielsweise über die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder Leistungen aus dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG genannt.

Zudem steht dir dein Kindergeld zu oder du kannst Wohngeld beantragen, wenn du nicht mehr zuhause wohnst.

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