Fremde, die ins Ländle kommen und bei Baden-Württemberg „nur“ an das Hightech-, Auto- und Wirtschaftswunderland denken, staunen oft nicht schlecht, wenn sie hier die weiten Wälder erleben. Baden-Württemberg ist eines der waldreichsten Gebiete in Deutschland. Lesen Sie hier, welche Waldarten es im Ländle gibt.

Bannwald Silbersandgrube im Naturpark Schönbuch

Jörg Batschi

Unsere Wälder sind lebendige Multitalente: Sie beherbergen wilde Natur wie im Bannwald Silbersandgrube im Naturpark Schönbuch.

Baden-Württemberg hat eine große Waldfläche

Die Zahl kann sich sehen ­lassen: 38,4 Prozent der Landesfläche im deutschen Südwesten sind Wald. Der Durchschnitt in Deutschland beträgt nur 32 Prozent. Nach der Statistik der Waldinventur bilden Nadelbäume mit 53,2 Prozent den Hauptanteil. 34 Prozent davon nimmt die Fichte ein, 8 Prozent die Weißtanne und 3,4 Prozent die eigentlich aus dem nordamerikanischen Raum stammende Douglasie. Weitere Nadelhölzer sind die Kiefer mit 5,6 Prozent und die Lärche mit 1,8 Prozent. Bis auf die Kernzone des Nationalparks Schwarzwald und des Biosphärengebiets Schwäbische Alb sowie den rund 130 Bannwäldern werden alle Gebiete bewirtschaftet.

Waldwandern

Wohl nirgendwo gibt es ein solch weites Wanderwegenetz auch in den Wäldern wie im deutschen Südwesten. Erleben Sie den Wald! Rund 1300 von der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg qualifizierte Natur- und Landschaftsführer vermitteln zusammen mit den Naturschutzzentren auf vielfältige Weise ihr Waldwissen. ­Hier finden Sie Ideen für Ihre nächste Wandertour.

Weitere Ausflugsziele für Erlebnistouren in der Natur und im Wald finden Sie hier!

 

Der Laubholzanteil in Baden-Württem­berg beträgt mittlerweile wieder 46,8 Prozent, eine Folge des sukzessiven Waldumbaus, der nach den verheerenden Sturmtiefs Wiebke (1990) und Lothar (1999) begann. Mit 21,8 Prozent Anteil liegt heute die Buche vorn, gefolgt von der Eiche mit 7,6 Prozent. Weitere wichtige Waldbäume sind Esche, Berg­ahorn und Hainbuche. Fast unbekannt sind die Baumarten Elsbeere, Speierling, Wildapfel und Flatterulme.

Wald in Baden-Württemberg

Jörg Batschi

Der Wald bietet einen vielseitigen Lebensraum.

Es hat lange gedauert, bis sich die Erkenntnis durchsetzte, dass der Wald mehr ist als die Summe seiner Bäume, mehr als ein Holzlieferant und mehr als ein Ausflugsziel. Natur- und Umweltschützer weisen seit den 1970er-Jahren und erst recht seit dem Waldsterben auf die enorme Wirkung vor allem naturnaher Wälder hin. So ist der Wald Frischluftproduzent und Klimaanlage in einem. Hinzu kommen viele andere Ökosystem-Dienstleistungen, wie die Funktion als Grundwasser­erneuerungsgebiet, Schadstofffilter, Boden- und Erosionsschutz; oder als Lebensraum für eine vielseitig vernetzte Tier- und Pflanzenwelt und andere Organismen, deren Zusammenspiel erst ganz allmählich enträtselt wird – man denke nur an die komplizierten Abhängigkeiten von Bäumen und Pilzen.

„Holz ist nur ein einsilbiges Wort, doch ­dahinter verbirgt sich eine Welt voller Schönheit und Wunder.“

Theodor Heuss (1884–1963), erster deutscher Bundespräsident, in Brackenheim geboren

So ist unser Wald auch lebendes Reallabor, dem, abgesehen vom Nationalpark Schwarzwald und einigen kleinen Bannwaldzellen, noch viel zu wenige Entfaltungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Für das Kleinklima und für das Weltklima spielen unsere Wälder zusammengenommen die wichtigste Rolle. Die Naherholung ist ökologisch gesehen nur ein Nebeneffekt. Allerdings ein wichtiger, der einen bedeutenden Beitrag zum Naturverständnis und zu einer umweltgebildeten Gesellschaft leisten kann. Ach ja, das Holz. Natürlich spielt der Wald immer noch eine wichtige Rolle als Lieferant für Möbel-, Furnier-, Bau-, Konstruktions- und Brennholz.

Buchenholz geerntet im Naturpark Stromberg

Claus-Peter Hutter

Unsere Wälder liefern Buchenstämme wie hier im Naturpark Stromberg.

Wälder sind wichtig fürs Klima und für die Tierwelt

Eine der wichtigsten Funktionen der Wälder – das wissen wir heute – ist die Einlagerung von CO2; eine Ökosystem-Dienstleistung, die zur Bewältigung der Klimakrise immer größere Bedeutung erlangt.

Viele Lebewesen sind in unserem Wald und erst recht in den Tropenwäldern noch nicht entdeckt und beschrieben. Aber auch die Wälder, die wir schon gut kennen, unterliegen der Veränderung. Nicht nur die verheerenden Sturmtiefs haben deutlich gemacht, dass Nadelholz-Monokulturen keine Zukunft haben. Hinzu kommen die Auswirkungen des Waldsterbens und, seit der Jahrtausendwende spürbarer, der Klimawandel. Schon gibt es Bereiche im Schwarzwald, in denen Heidelbeerbestände – eine wichtige Lebensgrundlage für das geschützte Auerhuhn – einfach vertrocknen.

Wurzelteller im Wald

Jörg Batschiq

Sogenannte Wurzelteller, die nach Windwürfen bizarre Gestalten abgeben, bieten mit vielen Nischen allerlei Verstecke und Unterschlupf für Kröten, Unken, Schlangen und Insekten. In manchen brüten Zaunkönig, Rotkehlchen und mitunter sogar der Eisvogel.

Wie unsere Wälder der Zukunft aussehen, kann niemand genau sagen. Wenn aber für Baden-Württemberg klimatische Verhältnisse vorausgesagt werden, wie sie gegenwärtig für die Umgebung von Mailand gelten, können wir davon ausgehen, dass die Forste im Münstertal, um Mühlacker oder um Mannheim in nicht allzu ferner Zukunft so aussehen werden wie heute Regionen Norditaliens.

12 Benimmregeln für Waldbesucher

  • Wildtiere nicht stören und deshalb immer auf den Wegen und im Winter auf den Loipen bleiben
  • Feuer (etwa zum Grillen) ausschließlich an den dafür bestimmten und entsprechend ausgeschilderten Plätzen machen
  • keinerlei Abfälle hinterlassen
  • Hunde an der Leine führen, nicht durch den Wald laufen lassen
  • Hinweisschilder und Absperrungen auch zur eigenen Sicherheit beachten (Forstarbeiten!)
  • trotz aller möglicher „getrackter“ Routen im Internet unbedingt auf den empfohlenen Wanderwegen bleiben; die Natur ist ohnehin genug unter Druck und braucht ungestörte Rückzugsräume; auch ausgewiesene Schutzgebiete nicht betreten
  • Vorsicht nach Stürmen: Ast- und Stammbruchgefahr!
  • keine Wildpflanzen ausgraben; Bärlauch, Maiglöckchen, Schlüsselblumen und andere waldtypische Wildstauden im Staudenfachhandel kaufen
  • Tierbauten wie Fuchs- und Dachsbaue, Ameisenhaufen und Vogelnester in Ruhe lassen
  • keine kranken oder verletzten Tiere anfassen, stattdessen Förster, Jagdpächter oder die Leute eines Naturschutzverbandes informieren
  • Bäume und Sträucher nicht ­beschädigen

Die großen Waldgebiete im Ländle

1. Odenwald

Der Odenwald ist eigentlich die vom Kraichgau unterbrochene, nördliche Fortsetzung des Schwarzwaldes. Höchster Gipfel ist der Katzenbuckel mit 626,8 Meter über N. N. bei Eberbach am Neckar. Gestein: Buntsandstein, Gneis, Granit und Vulkangestein. Die Fläche des Odenwalds beträgt 2500 Quadratkilometer; Teile gehören jedoch zu Hessen im Norden und zu Bayern im Nordosten. Die nordöstliche Fortsetzung des Odenwaldes ist der Spessart. Lesen Sie hier mehr über den Naturpark Neckartal-Odenwald.

2. Schwäbisch-Fränkischer Wald

Eigentlich Schwäbisch-Fränkische Waldberge. Gestein: Keuper. Das 1187 Quadratkilometer große Gebiet erstreckt sich von Heilbronn und Oberstenfeld im Westen bis nach Fichtenau im Osten sowie von Waldenburg im Norden bis Lorch im Süden. Höchste Erhebung ist die Hohe Brach mit 586,9 Meter über N. N. auf dem Gemeindegebiet Großerlach. Südwestlich davon schließt sich südlich von Schorndorf der nach Westen bis Esslingen reichende Schurwald an. Lesen Sie hier mehr über den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

3. Naturpark Stromberg-Heuchelberg

Wie der Schwäbisch-Fränkische Wald ist auch das Stromberg-Heuchelberg-Gebiet vom Keuper geprägt. Es ist 328,2 Quadratkilometer groß und liegt wie eine rechte Hand in der Landschaft. Das Gebiet erstreckt sich von Eppingen im Norden bis Illingen im Süden sowie von Knittlingen im Westen bis Erligheim und Freudental im Osten. Im Westen und Norden schließt sich der Kraichgau an, im Süden das Enztal, und im Osten ist es nicht mehr weit zum Neckar. Hier erfahren Sie mehr über den Naturpark Stromberg-Heuchelberg.

Die 6 größten Waldgebiete in Baden-Württemberg

MEIN LÄNDLE

Die 6 größten Waldgebiete in Baden-Württemberg: Odenwald (1), Naturpark Stromberg-Heuchelberg (2), Schwäbisch-Fränkischer Wald (3), Schwäbische Alb (4), Schwarzwald (5) und Schönbuch (6).

4. Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb ist eines der bedeutendsten und größten zusammenhängenden Karstgebiete Deutschlands. Sie erstreckt sich auf einer Länge von knapp 200 Kilometern von der Baar bei Geisingen im Südwesten bis Bopfingen im Nordosten und weist eine Nordsüdbreite zwischen 35 und 40 Kilometern auf. Ein sehr kleiner Teil gehört zur Schweiz. Im Nordosten setzt sich die Juraformation mit ähnlichen Wäldern mit der Frankenalb fort. Die ebenfalls von viel Wald bedeckte Schwäbische Alb ist von den drei geologischen Formationen (von unten nach oben) geprägt: Schwarzer Jura, Brauner Jura und Weißer Jura. Höchste Erhebung ist der Lemberg mit 1015,7 Meter über N. N. östlich von Rottweil (Landkreis Tuttlingen). Besonders bedeutsam sind die Kalkbuchen-Hang­wälder der Schwäbischen Alb. Hier erfahren Sie mehr über den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

5. Schwarzwald

Der Schwarzwald – Deutschlands größtes zusammenhängendes und auch höchstes Mittelgebirge – erstreckt sich vom Hochrhein bei Bad Säckingen im Südwesten bis Pforzheim im Norden. Die westliche Grenze bildet die Oberrheinische Tief­ebene. Höchster Gipfel ist der Feldberg mit 1493 Meter über N. N. Gestein: Granit und Gneis, vor allem im Südschwarzwald anstehend, sowie Bunt­sandstein im Mittleren und Nördlichen Schwarzwald. Die Fläche umfasst 6009,2 Quadratkilometer. Hier erfahren Sie mehr über den Naturpark Südschwarzwald. Und den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord lernen Sie hier kennen.

6. Schönbuch

Der Schönbuch ist im Untergrund vom Keuper geprägt. Das fast vollständig geschlossene Waldgebiet umfasst eine Fläche von rund 156 Qua­dratkilometer. Dieses erstreckt sich von Nufringen und Herrenberg im Westen bis kurz vor Aichtal im Osten und – rechnet man die sich anschließenden Wälder Richtung Norden dazu – von Leonberg und Gerlingen bis Tübingen im Süden. Mit 583,6 Meter über N. N. ist der Bromberg unweit von Altdorf im Landkreis Böblingen die höchste Erhebung.

Der Wald als Therapie-Ort

"Waldbaden" wird in Japan sogar von Ärzten verschrieben. Ein Waldspaziergang hat positive Wirkungen auf Körper, Geist und Seele. Lesen Sie hier mehr zum "Luftkurort Wald".

Wald ist nicht gleich Wald

Ob Klima, Boden, Grundwasser: Die Wälder sind für den Naturkreislauf sowohl in Mitteleuropa als auch weltweit ein bestimmender Faktor. Ja, es ist nicht vermessen zu sagen, dass die Zukunft des Lebens auf der Erde in entscheidendem Maße vom Fortbestehen der globalen Waldsysteme abhängt. Auch wenn die Menschen seit der Jungsteinzeit über die Jahrtausende hinweg das einstige „Waldland Mitteleuropa“ zur Kulturlandschaft umgeformt haben und die baum- und strauchbestandenen Flächen immer mehr zurückgedrängt wurden, entwickelte sich im Laufe der letzten 5000 Jahre eine größere Landschafts- und Gehölzvielfalt. Zu den natürlichen Waldbiotopen kamen zahlreiche von Menschen geschaffene, waldähnliche Gehölzbiotope wie Feldgehölze und Obstwiesen hinzu.

Die wichtigsten ­Waldtypen im Ländle

Kein natürlicher Lebensraum wurde in Mitteleuropa so nachhaltig durch den Menschen beeinflusst wie der Wald. Und kein anderer Lebensraum beeinflusst uns Menschen so sehr wie der Wald. Aber Wald ist nicht gleich Wald. Ein Überblick.

Waldart Kalkbuchenwald

Claus-Peter Hutter

Waldart Kalkbuchenwald.
Waldart Bergahorn-Buchenwald.

Claus-Peter Hutter

Waldart Bergahorn-Buchenwald.
Waldart Orchideen-Buchenwald

Claus-Peter Hutter

Waldart Orchideen-Buchenwald.
Waldart Natürlicher Tannenwald

MEIN LÄNDLE/AdobeStock/lichtbildmaster

Waldart Natürlicher Tannenwald.
Waldart Saumwald

MEIN LÄNDLE/AdobeStock/magann

Waldart Saumwald entlang von Bächen und Flüssen.
Waldart Auwald

Claus-Peter Hutter

Waldart Auwald.
Waldart Moorwald

MEIN LÄNDLE/AdobeStock/bennytrapp

Waldart Moorwald.
Waldart Wacholderheide

MEIN LÄNDLE/AdobeStock/Klaus Brauner

Waldart Wacholderheide.
Waldart Obstwiese

Jörg Batschi

Waldart Obstwiese.
Waldart Fichtenmonokultur

Claus-Peter Hutter

Waldart Fichten-Monokultur.
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1. Kalkbuchenwald 

Strauchschichtarme Buchenwälder auf normalen, „frischen“ Kalkböden. Buchen wachsen meist schäftig, die Kronenverzweigungen setzen weit oben am Stamm an. So entsteht ein Hallenwald, der zwischen den hohen, geraden Stämmen freien Durchblick gewährt. Während des Sommers ist der Boden von eher eintöniger Laubstreu bedeckt. Ausgeprägt sind Kalkbuchenwälder im Bereich der Schwäbischen Alb, insbesondere entlang des Albtraufs. Diese Wälder gelten als sehr artenreich.

2. Bergahorn-Buchenwald

Laubwälder mit mächtigen, kurzschäftigen Buchen und wüchsigem Bergahorn in wintermilden, aber schneereichen Gebirgen Europas. Bergahorn-Buchenwälder bilden dort stellenweise die obere Baumgrenze. Auffallend ist der starke Flechten- und Moosbewuchs der Bäume. Verbreitet an den Westhängen des Schwarzwaldes entlang des Oberrheins.

3. Orchideen-Buchenwald

Buchenwald mit besonders stark ausgeprägter Strauchschicht und großem Anteil an Baumjungwuchs. Buchen haben in diesen Beständen ganzjährig lockeren Wuchs, sodass immer genügend Licht in die Strauch- und auch in die Krautschicht fallen kann. Ausgeprägte Orchideen-Buchenwälder gibt es im Bereich der Oberen Donau, der Schwäbischen Alb, im Neckar-Main-Gebiet und am Kaiserstuhl.

4. Natürlicher Tannenwald

Nadelwälder mit hohem Anteil an Weißtannen, durchsetzt mit Rot­buchen, Fichten und/oder Kiefern. In Baden-­Württemberg sind sie vor allem im Schwarzwald und im südwestlichen Bereich der Schwäbischen Alb zu finden.

5. Saumwälder entlang von Bächen und Flüssen

Uferbegleitender Biotoptyp (Uferwald) von Fließgewässern im Mittelgebirge, im Hügelland sowie im Flachland. Häufig als schmal ausgebildeter Auenwald im Überschwemmungsbereich kleinerer Bachläufe. Das Ganze wird auch Galeriewald genannt. Typisch ist oft der hohe Grundwasserstand im Winter und Frühjahr. Je nach Höhenlage und Fließgeschwindigkeit der Gewässer wird unterschieden in Bach-, Erlen- sowie Eschenwald in Flachland bis hügeligem Gelände, Schwarzerlen-Eschenwald in tieferen Lagen auf vernässten Böden und Hainmieren-Schwarzerlenwald im Mittelgebirge. Sie finden sich im Ländle überall, wo der Natur entlang der Fließgewässer noch Platz gelassen wird.

Waldvögelein Orichidee

MEIN LÄNDLE/Adobe Stock/Schmutzler-Schaub

Das Waldvögelein ist eine Orchideenart, die wie der Name vermuten lässt in Orchideen-Buchenwäldern vorkommt.

6. Auwald

Gebüsch- bis Waldformation oft überschwemmter Tieflandauen (durchschnittlich bis 175, maximal bis 300 Tage Überschwemmungsdauer). Der Wasserstand kann bei Überschwemmung für längere Zeit bis zu 1,50 Meter und mehr betragen. Geprägt wird der Wald durch die Dynamik des Fließgewässers. Großflächige Auwälder gibt es im Ländle im Bereich Taubergießen in den Landkreisen Emmendingen und Ortenaukreis sowie im Bereich Rastatter Rheinauen; außerdem auf der Gemarkung Iffezheim mit Steinmauern sowie mit dem Altrhein bei Karlsruhe-Maxau und auf der Altrheininsel Rappenwört, die zu Karlsruhe-Dachslanden gehört.

6. Moorwald

Aufgelockerter, vom Menschen kaum veränderter, niedriger Wald auf Standorten mit ganzjährig oder periodisch hohem Grundwasserstand. Tritt häufig in Verbindung mit Hochmooren auf. Als Gletscherrelikte liegen diese Wälder unter anderem „eingestreut“ in verschiedenen stau­nassen Gebieten des Schwarzwaldes (zum Beispiel Wildseemoor) sowie in Oberschwaben (etwa im Bereich Wurzacher Ried).

7. Wacholderheide

Anders als der Hudewald nicht waldartig bewachsen, sondern offen, locker und hainartig. Dort gedeihen vorwiegend Wacholderbüsche und stellenweise Wildrosen, Schlehen und Weißdorngesträuch, darunter vereinzelt Eichen und kurzrasige Flächen. Sie dienen meist als Schafweide oder waren Weiden. Wacholderheiden kommen vor allem im Bereich der Schwäbischen Alb, des Albtraufs sowie an den Hängen von Tauber, Jagst und Kocher vor.

8. Obstwiese

Ja, auch Obstwiesen sind eine Art Wald, nämlich ein offener, parkartiger. Häufig am Rand von Siedlungen, aber auch inmitten der freien Feldflur gelegen, mit hochstämmigen Obstbäumen (meist Apfel-, Birnen- und Kirsch-, aber auch Zwetschgen- sowie vereinzelt Walnussbäumen) bestanden. Sie umfassen ungefähr 80 bis 120 Bäume pro Hektar. In vielen Fällen sind Baumarten und Obstsorten gemischt, also „bunt gestreut“.

9. Nadelholz-­Forstmonokulturen

Zur schnellen Holzgewinnung angelegte, sehr einförmige und daher recht arten­arme Forstkulturen. Monobestände aus Fichten und auf sandigeren Böden aus Kiefern, aber auch Monokulturen mit Lärche, Douglasie und stellenweise Tanne. Vor allem am Ende des 19. Jahrhunderts und insbesondere nach den beiden Weltkriegen wurden zur Deckung des gewachsenen Holzbedarfs regelrechte Forstplantagen angelegt, die mit eigentlichen Wäldern nichts mehr zu tun haben. Die sehr dicht gepflanzten Baumbestände haben einen gleichförmigen Aufbau. Seit die Sturmtiefs Wiebke (1990) und Lothar (1999) im Ländle gewütet haben, gehen die Forstleute von der Anlage monotoner Nadelholzforsten ab und wenden sich dem Aufbau stabilerer und auch artenreicherer Mischwälder zu.

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