Wo die zwei großen Flüsse des Landes zusammentreffen, liegt mit der Kurpfalz eine der schönsten Regionen Baden-Württembergs. Dort, im Delta von Rhein und Neckar treffen Lebensfreude, Kultur und Geschichte aufeinander – und sind hautnah erfahrbar.

Historisch betrachtet zählten zur Kurpfalz auch Teile auf der anderen Rheinseite. Das Herrschaftsgebiet der Wittelsbacher, die die Region über Jahrhunderte prägten, reichte bis weit in die Pfalz und das Rheinland hinein. Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit Gründung der Bundesländer bleibt das linke obere Eck Baden-Württembergs rechts entlang des Rheines. Dass der Überbegriff für das Dreiländereck heute Metropolregion Rhein-Neckar lautet, liegt ebenso auf der Hand: Heidelberg, Mannheim und auf rheinland-pfälzischer Seite auch Ludwigshafen bilden die zentralen Punkte, dazwischen viele kleine Mittelzentren von der Bergstraße bis in die Rheinebene.

Tradition verpflichtet

Ein Stück Land mit Tradition, das von Geschichte und Geschichten lebt. Ob der Winterkönig Friedrich V., der einen der blutigsten Kriege in Europa auslöste, Liselotte von der Pfalz, deren Briefe wir heute spannende Einblicke in das Leben am französischen Hof verdanken, oder Kurfürst Carl Theodor, den sein Kollege Friedrich II. einmal wegen seiner Erbschaften und friedvollen Herrscherjahre als „Glücksschwein“ bezeichnete.  Sie alle haben die Region weltberühmt gemacht.

Peter Lenks Skulptur Glücksschwein auf dem Schwetzinger Schlossplatz zeigt Kurfürst Cal Theodor mit einer Mätresse auf einer Sau reitend.

Schwerdt/Stadt Schwetzingen

In der Kurpfalz ist das Glück zuhause ... Peter Lenks Skulptur "Schwetzinger Glücksschwein" zeigt Kurfürst Carl Theodor mitsamt einer Mätresse eine Sau reitend.

Alt-Heidelberg, du Feine

Das Herz der Kurpfalz schlägt in Heidelberg. Und wie ein altes Volkslied weiß, verliert man dort auch mal gerne das Herz: nicht umsonst ist die Heidelberger Romantik auch jenseits germanistischer Fachliteratur ein Begriff. Die Stadt am Neckar ist wohl ohne Zweifel eine der schönsten im Südwesten – 1,6 Millionen Übernachtungen pro Jahr in Vor-Corona-Zeiten sprechen da eine deutliche Sprache. Die atemberaubende Altstadtkulisse und Deutschlands größte Schlossruine sind ein Magnet für die ganze Welt.  

Führungen mit Herzblut: Mit Event & Eventchen durch Heidelberg

„Das Schöne an Heidelberg ist, man kann hier im Zickzack durch die Jahrhunderte springen und überall etwas entdecken – die Friedrich-Ebert-Gedenkstätte zum Beispiel, dort die Alte Brücke, das Schloss. Heidelberg hat so vieles, es ist wie ein Edelstein, der immer wieder mit neuen Facetten geschliffen werden kann.“ Das sagt Susanne Kahlig, Inhaberin der Agentur event & eventchen, die auf über 20 Jahre Expertise in Sachen Kurpfalz-Tourismus zurückblicken kann.

Die Kurpfalz - Romantik trifft auf Lebensfreude - Führungen durch Heidelberg mit Event & Eventchen

Grafik: Nussbaum Medien

Die Kurpfalz - Romantik trifft auf Lebensfreude - Führungen durch Heidelberg mit Event & Eventchen

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In der Tat: Wenn sie im Rahmen ihrer beliebten Krimi-Führungen als schräge Baronin im Kostüm durch die Stadt zieht, eine Touristengruppe im Schlepptau, ist Kahlig voll in ihrem Element. Natürlich darf bei einer Führung mit event & eventchen die Altstadt nicht fehlen, doch auch ein Spaziergang auf dem Philosophenweg, eine kulinarische Stadtführung mit Abstecher in die typisch kurpfälzische Küche oder eine Fahrt im Oldtimerbus raus aufs Land hat die Tourismus-Expertin im Portfolio.

Stadtführung in Heidelberg mit event & eventchen

event & eventchen

Heidelberg hautnah erleben: Susanne Kahlig macht's mit ihren Krimi-Kostümführungen möglich.
Eine Schifffahrt auf dem Neckar mit der "Weißen Flotte" bietet ganz neue Perspektiven auf die Stadt.
Heidelberg: Schlossblick von der Scheffelterrasse

jr

Susanne Kahligs Lieblingsblick auf die Stadt: Das Schloss von der Scheffelterrasse aus betrachtet
Friedrich-Ebert-Haus Heidelberg

Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte

Friedrich Eberts Geburtshaus bietet spannende Einblicke in die Biografie des ersten Reichspräsidenten, aber auch in die Zeit von vor 120 Jahren.
Studentenkarzer in der Alten Universität

Universität Heidelberg – Kommunikation und Marketing

Im Studentenkarzer saßen früher aufmüpfige Studenten ein.
Plastinat im Metallreif

jr/LM-Archiv

Körperwelten-Macher Gunther von Hagens hat in Heidelberg seine Plastinationstechnik entwickelt. Heute findet sich hier eine ständige Ausstellung.
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Zum Greifen nah

Inzwischen hat sich ihre Expertise rumgesprochen: 2011 erschien das erste Buch aus ihrer Feder, sechs sind es inzwischen geworden, darunter auch „Heidelberg zu Fuß“. Die Antwort auf die Frage nach ihrem Lieblingsplatz in Heidelberg kommt ohne Zögern: „Immer noch das Schloss. Die Scheffelterrasse in den Abendstunden …“ Und schon wieder ist Schwärmen angesagt: „Auch mit der Alten Bergbahn auf den Königstuhl zu fahren, ist immer noch toll, oben einfach sitzen und den Ausblick genießen. Da sieht man auch, wie schön Heidelberg gelegen ist. Der Blick in die Rheinebene, das Neckartal, auf die Vogesen, die Pfalz, und alles eigentlich alles zum Greifen nah."

Schönste Ecke des Landes

Besonders Carl Theodor ist es zu verdanken, dass die Kurpfalz heute sicher wortwörtlich die schönste Ecke des Landes ist: Die Universität Mannheim, die Alte Brücke in Heidelberg oder der Schlossgarten in Schwetzingen, vieles, was die Region heute noch so unverwechselbar macht, ist unmittelbar verknüpft mit dem Wirken des Kurfürsten. Dass der, nach seiner unverhofften Bayern-Erbschaft 1777 seine Heimat gen München verlassen musste, hat ihn wohl nie richtig glücklich gemacht. Mit den Bayern wurde er jedenfalls nicht warm, und sie nicht mit ihm. Klar, dass hier keiner gerne weggeht.

Herrschaftszeiten: Die Wittelsbacher in der Kurpfalz

Schlösserland

Genau, denn die Kurpfalz hat noch viele schöne Ecken mehr zu bieten: Das Schwetzinger Schloss mit seinem Garten zählt zu den prächtigsten Anlagen Deutschlands. Einst hielten hier die Kurfürsten hier im Sommer Hof, wenn ihnen die Residenzstadt Mannheim zu laut und das große Barockschloss dort zu stickig war. In der ländlichen Idylle gingen Gäste wie Mozart, Schiller oder Voltaire ein und aus, der Barockgarten mit seinen Monumenten ist zu jeder Zeit einen Besuch wert.

Bildergalerie: Die schönsten Plätze der Kurpfalz

Schwetzingen: Ehrenhof des Schlosses

Günther Bayerl/SSG

Schloss Schwetzingen war Sommerresidenz der Mannheimer Kurfürsten.
Schwetzinger Rokokotheater im Schloss

ssg-Pressebild

Das Schwetzinger Rokokotheater ist ein Kleinod barocker Baukunst und Zeuge der Theatergeschichte. Das älteste erhaltene Rangtheater nördlich der Alpen wird auch heute noch regelmäßig für Aufführungen genutzt.
Skulptur des Vater Rhein im Schlossgarten Schwetzingen

jr

Ein Besuch im Schwetzinger Schlossgarten lohnt sich zu jeder Jahreszeit.
Kirschblüte im Schwetzinger Schlossgarten

amoos

Blühendes Spektakel. Alljährlich im Frühjahr ist der Kirschgarten vor der Moschee im Schwetzinger Schlossgarten in ein zartes Rosa getaucht. Die japanische Kirschblüte lockt jedes Mal Tausende an.
Barockschloss Mannheim

Dirk Altenkirch, Karlsruhe

Der Trabantensaal in Schloss Mannheim verdeutlicht den Prunk der absolutistischen Fürstenzeit.
Lobdengau-Museum

Lobdengau-Museum

In Ladenburg waren schon die Römer zuhause, das Lobdengau-Museum birgt viele Geschichten darüber
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Wirtschaft und Kultur

Und auch Weinheim mit seinen Burgen, Wiesloch mit seiner Weinbautradition oder Walldorf, das Silicon Valley Deutschlands sind einen Besuch wert. Die Wirtschaft prosperiert hier übrigens gleich dreifach: Zunächst dem Wortsinn nach mit Branchenriesen wie der SAP, aber auch im übertragenen Sinne kurpfälzisch gemütlich in Form der urigen Weinstuben auf den Dörfern und zuguterletzt auch landwirtschaftlich, da die fruchtbaren Sandböden der Rheinebene hier vor allem Sonderkulturen gedeihen lassen: Wein, Hopfen, Tabak, Spargel, letztere bis heute noch sehr ausgeprägt, wuchsen und wachsen hier ausgezeichnet.

Apropos Kultur: Auch was die betrifft, ist die Kurpfalz ganz vorne mit dabei. Schon Friedrich Schillers Räuber erlebten ihre Uraufführung in Mannheim. Heute füllen 110 Theater und eine fast unüberschaubare Anzahl an Konzerten und Festivals den Veranstaltungskalender der Region. Und  Mannheim ist heute UNESCO-City of Music, hier ist Pop-Musik sogar akademische Disziplin.

Sportlich unterwegs

Auch beim Sport ist die Region an der Spitze. Die Handballer der Rhein-Neckar-Löwen, Eishockey-Rekordmeister Adler Mannheim, die Fußball-Zweitligisten vom SV Waldhof und Sandhausen oder die Teams der Rugby-Hochburg Heidelberg – die großen Sportarten tragen dazu bei, dass der Kalender täglich gefüllt ist mit spannenden Erlebnissen.

Also: Wer die Kurpfalz besucht, bekommt das Rundumpaket: Schlösser und Gärten, Genuss auf dem Land, urbanes Leben in Mannheim und Heidelberg, das milde Klima der Rheinebene und liebenswerte Bewohner. Dann mal nichts wie hin. Wie wäre es zum Einstieg mit einer Stadtführung durch die Altstadtgässchen von Heidelberg? Susanne Kahlig freut sich.

Das ganze Land auf einen Blick

In unserer Serie "Regionen in Baden-Württemberg" stellen wir das ganze Land in 11 Regionen vor. Hier finden Sie die weiteren Teile der Serie:

Was die Schwäbische Alb alles zu bieten hat

Ein See, drei Länder, viele Möglichkeiten - der Bodensee

Prägende Epoche: Oberschwaben-Allgäu und seine Barockschätze

Der Kraichgau: Ein Streifzug durch die Badische Toskana

Stuttgart - Landeshauptstadt mit weitem Horizont

Von Bollenhüten und Kuckucksuhren - der Schwarzwald

Hohenlohe - Im Land der Schlösser und Burgen

Der Odenwald: Ein Streifzug durch den Wald der Sagen

Kultur und Kulinarik: Das Heilbronner Land